MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Erhard Kerst
Lehrer auf dem zweiten Bildungsweg
Diplom-Sportlehrer
Hans-Hildebrandt-Str. 9
99869 Drei Gleichen OT Wandersleben
In Schnepfenthal (bei Waltershausen) kam Ehrhard Kerst 1940 zur Welt, wuchs auf einem Bauerngehöft auf. Familiär prägten von früh auf Sport und Jagd sein Leben. Fünf Jahre besuchte er die Schule in seinem Geburtsort, dann schloss er die achte Klasse in Waltershausen ab. In Tabarz wurde er in einer privaten Autoschlosserei zum Kraftfahrzeughandwerker ausgebildet. Danach arbeitete er dort zwei Jahre als Geselle, diente dann drei Jahre in der Armee, konnte da die mittlere Reife nachholen. Schon mit fünfzehn Jahren hatte er erste Erfahrungen als Übungsleiter gesammelt, trat so in die Fußstapfen seines Vaters. Die Freude am Umgang mit den Kindergruppen brachte ihn zum Lehrerberuf. Am Institut für Lehrerbildung in Eisenach studierte er von 1962 bis 1965. Da er in Wandersleben schon Familie hatte, freute es ihn, dass es möglich wurde, an der dortigen Landwirtschaftlichen Berufsschule als Sportlehrer anfangen zu können. Sieben Jahre unterrichtete er dort, neben Sport auch landtechnische Fächer. An der Deutschen Hochschule für Körperkultur und Sport (DHfK) Leipzig qualifizierte er sich in fünfjährigem Fernstudium zum Diplom-Sportlehrer. Daneben war er von 1961 bis 1970 Leistungssportler, wurde DDR-Vizemeister im Bobsport, nahm mit der Nationalmannschaft auch internationale Einsätze wahr. Als die Berufsschule verlegt wurde, blieb er in Wandersleben, unterrichtete an der dortigen Polytechnischen Oberschule (POS), fungierte als Hauptsportlehrer verantwortlich für diesen Bereich. Er unterrichtete auch Erdkunde und gelegentlich andere Fächer. Als nach der Vereinigung der beiden deutschen Staaten die Schule zur Regelschule wurde, erwarb er noch die Lehrbefähigung für Wirtschaft und Rechtskunde. Bis zum Jahr 2003 blieb er im Beruf, zuletzt an der Regelschule in Wechmar. Daneben war er ehrenamtlicher Übungsleiter beim SV Wandersleben (zuvor BSG Traktor Wandersleben). Seit 30 Jahren engagiert er sich, ebenso wie seine Frau, im Wanderslebener Spinnstube e. V., hervorgegangen aus der von ihm mitbegründeten Interessengemeinschaft für Regionalgeschichte und Brauchtumspflege. Dort erstellt er Programme, bei denen in Trachten und mit Liedern und Tänzen Thüringen repräsentiert wird. Seit 1970 ist er Inhaber des Jagdberechtigungsscheins, lebt mit Freude diese Leidenschaft. 1991–2011 war er als Ausbildungsleiter in der Jägerausbildung der Kreisjägerschaft Gotha aktiv.
Aus seiner ersten Ehe stammen zwei Töchter und ein Sohn, die zu gemeinsamen Kindern von ihm und seiner zweiten Frau Irmhild (Heirat 1979) wurden. Sechs Enkelkinder erweiterten den Familienkreis.