MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Rosemarie Kernchen

Eine bescheidene Kämpfernatur

Rosemarie Kernchen

Hanoierstr.36
06132 Halle / Saale
Fon: 0345 / 7702071

Rosemarie Kernchen, geb. Wichmann, kam am 29.09.1947 in Halle / Saale zur Welt. Ihr Vater Paul–Erich arbeitete als Rangiermeister auf dem Güterbahnhof, Mutter Charlotte war Hausfrau. „Meine Eltern haben mich und meine Schwester immer unterstützt“, erinnert sich Rosemarie. Sie besuchte acht Jahre die Schule und hatte schon früh den Berufswunsch Gärtnerin. Deshalb schloss sie eine dreijährige Lehre bei der „Stadtgärtnerei am Galgenberg“ in Halle ab. Von 1966–1985 arbeitete sie dann allerdings in der Augenklinik des Universitätskrankenhauses als Stationshilfe und Reinigungskraft. „Besonders der Umgang mit den Menschen, die unsere Hilfe benötigten, hat mir immer Spaß gemacht“, erzählt Rosemarie Kernchen rückblickend. „Da war sehr viel Dankbarkeit zu spüren.“ 1969 wurde Sohn Axel geboren, der heute mittlerweile verheiratet ist, als Berufskraftfahrer bei Eisleben lebt und viel im Ausland unterwegs ist. Auch eine Enkeltochter gehört mit zur Familie. Sie arbeitet als Altenpflegekraft und steht ebenfalls schon auf eigenen Beinen. 1985 ging die inzwischen geschiedene Rosemarie Kernchen als Anlagenfahrerin nach Buna und arbeitete dort bis 1991 im Schichtsystem. Von 1991–2005 war sie arbeitslos und verdiente sich als Saisonkraft im Zoologischen Garten Halle etwas zu ihrem Lebensunterhalt hinzu. „2006 hatte ich einen befristeten Vertrag im Altenpflegeheim des ASB und habe dort in der Küche gearbeitet“, erzählt sie. „Auch ehrenamtlich helfe ich bis heute gern aus, wenn es einmal Personalengpässe gibt.“ Rosemarie Kernchen sieht stets, wo es fehlt. Offenheit und Ehrlichkeit gehören zu ihren persönlichen Stärken. So kümmert sie sich zum Beispiel um eine schwerbehinderte Frau aus dem Haus und begleitet diese regelmäßig zu Arztterminen. Oder sie achtet darauf, dass die Kinder der umliegenden Wohnungen morgens pünktlich ihren Schulbus bekommen. Seit nunmehr 16 Jahren erholt sie sich, zusammen mit Schwester Anneliese, einer ehemaligen Plastikfacharbeiterin, in ihrem Kleingarten bei Halle–Trotha. Hier ist die gelernte Gärtnerin ganz in ihrem Element. „Im Sommer können wir auch im Grünen wohnen und das schöne Wetter hautnah genießen“, freut sich Rosemarie Kernchen. Glück bedeutet für sie, jeden Morgen gesund aufstehen zu können. Auch gemeinsame Spaziergänge, ganz ohne Hektik und zusammen mit ihrem vierbeinigen Lebensgefährten, Hund „Schröder“, bestimmen den heutigen Alltag. „Früher habe ich als beruflichen Ausgleich auch oft Handarbeiten gemacht“, verrät sie. Für die Zukunft hat die bescheidene Kämpfernatur keine großen materiellen Wünsche. „So gut es geht fit zu bleiben, das wäre schön“, schmunzelt sie. „Damit ich das Leben zusammen mit meinen Lieben noch so lange wie möglich genießen kann.“
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