MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Siegfried Kempe

Der Herbst des Lebens

Siegfried Kempe

Hobler i. R.
Dr.-Otto-Nuschke-Str. 18
04741 Roßwein

Dieses wunderschöne Karussell, mit welchem Siegfried Kempe, geboren am 23.04.1931 in Erdmannsdorf, abgebildet ist, wurde einst von seinen Eltern in vierjähriger Bauzeit erschaffen. Um zum Gelingen dieses einmaligen Werkes beizutragen, wurden nicht weniger als drei Kilogramm Glasperlen verwendet. Das Original ist derzeit 87 Jahre alt und wanderte 1905 mit dem Schausteller Fleischer nach Amerika aus. Auch der Sohn verfügt über ausgeprägtes handwerkliches Geschick. Als er sechs Jahre alt war, zog die Familie ins Schloss, in welchem gerade Wohnungen errichtet worden waren. Viele Kinder lebten dort. Gern spielte Siegfried Kempe mit ihnen die Kleinen hingen an ihm. Später begann er beim Motorradwerk Zschopau eine Lehre zum Maschinenschlosser. Nur drei Monate später wurde das Werk demontiert und er half bei der Demontage. 1946 wechselte er in den Produktionsbereich der Spinnerei und ging 1949 zur Armee, damals noch Volkspolizei. Bis 1958 erlebte er den Wandel zur Kasernierten Volkspolizei sowie zur Nationalen Volksarmee mit und wurde mehrfach an andere Orte verlagert. Zurück in der Heimat, begann er am Reichsbahnausbesserungswerk Hilbersdorf als Hobler – eine Zeit, während der seine erste Frau nach Krankheit verstarb. 1960 heiratete er seine Ingeborg, von Beruf Näherin, zog nach Roßwein, begann am Schmiedewerk und arbeitete wiederum an Hobelmaschinen. Siegfried Kempe hatte Spaß an der Arbeit. Exaktheit und Einsatzfreude wurden von den Vorgesetzten mit Wohlwollen wahrgenommen. Bis zum Vorruhestand verbrachte er 31 Jahre in diesem Betrieb. 1962 wurde Sohn Andreas geboren, der den Beruf des Triebfahrzeugführers ergriff. Ein Jahr später kam Sohn Steffen zur Welt. An schicksalhaftem Tag verunglückte er bei einem Arbeitsunfall mit 23 Jahren tödlich. Auch seine Ingeborg verließ ihn 2008. Dennoch hatte er Glück in der Liebe. Beinahe 50 Jahre verbrachte das Paar in großer Zuneigung und Treue gemeinsam. Seine Frau fehlt ihm sehr, doch mit vier Enkeln wird das Familienleben hoch gehalten. Ehrenamtlich gehörte Siegfried Kempe 25 Jahre lang der Gesellschaft für Sport und Technik an und erhielt für sein Engagement zahlreiche Auszeichnungen. Ebenfalls 30 Jahre lang dem Vorstand des Gartenvereins „Weinberg“ angehörend, gab er die eigene Parzelle mit über 80 Jahren aus Altersgründen auf. Im Verein hat er viele Freunde, doch nochmals an der Seite einer Partnerin den Herbst des Lebens genießen zu können, würde glücklich machen.
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