MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Manfred Keller
Arbeiten und streben, aber leben!
Inhaber Marktfleischerei Markt 1 04668 Grimma Fon: 03437 / 917943 Fax: 03437 / 913830
Die Marktfleischerei Keller hat Familientradition. Am 01.04.1940 vom Vater Walter im Pachtobjekt Markt 9 gegründet, kaufte dieser am 01.04.1965 das Gebäude Markt 1 und führte die private Fleischerei hier weiter. Die Mutter Irma arbeitete im Laden als Verkäufern und für beide war klar: Der einzige Sohn – neben drei Schwestern – müsse unbedingt das Unternehmen weiterführen. So stand für den jungen Manfred nach Abschluss der 10. Klasse 1971 gar kein anderer Berufsweg zur Debatte, er absolvierte eine Fleischerlehre beim VEB Delikata Leipzig. Ab 01.04.1975 arbeitete er als Geselle in der väterlichen Fleischerei.
Sein Traum, als Leistungssportler (Fußball, Lok Leipzig) seine Ambitionen in ein Sportstudium einfließen zu lassen waren geplatzt. Davon blieben nur das eigene Spiel und die Erinnerung an den DDR-Jugendmeistertitel und den Spartakiade-Sieg, bevor er Ende der 70er Jahre seine aktive Laufbahn ganz beendete. Andere Herausforderungen warteten auf ihn in dieser Zeit. 1975–1977 besuchte er die Meisterschule, arbeitete als einer von den zugelassenen acht Beschäftigten in der Fleischerei. Als Manfred Keller am 01.07.1979 das Geschäft vom Vater übernahm, war die Auftragslage so gut, dass er vom Rat des Kreises eine Sondergenehmigung erhielt und die Beschäftigtenzahl auf zehn aufstocken konnte. Indessen arbeitet er mit fünfzehn Angestellten, hat bereits über zwanzig Lehrlinge ausgebildet.
Tochter Christin, welche die Fleischerei in drei Jahren übernehmen soll war nicht dabei. Sie absolvierte eine kombinierte Lehre Fleischer / Verkäuferin in Stuttgart, und legte bereits 2008 die Meisterprüfung ab. Manfred Keller freut es, dass damit die Familientradition Fortbestand findet, auch wenn er Vater von drei Mädchen (Ricarda, Ines, Christin) ist und der Beruf nicht so ganz Frauentypisch ist. Damit geht sein größter Wunsch in Erfüllung, dass das Geschäft weiter besteht und vielleicht kann er jetzt die hartnäckigen Bestrebungen des eigenen Vaters verstehen, der ja eigentlich doch auch nur diesen gleichen Wunsch hatte. Es spricht im Übrigen für die Qualität der Marktfleischerei, wenn man weiß, es gab einst achtundzwanzig Fleischereien im Ort, heute sind es nur noch drei und sie hat sich behaupten können.