MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Bernd Bedemann

Spätes Glück

Bernd Bedemann

Maurer in Restauration
04668 Parthenstein

Ich wurde am 13.05.1944 in thüringischen Molbitz geboren und wuchs mit drei Geschwistern in dem Dorf auf. Mein Vater arbeitete im Bergbau. Er qualifizierte sich noch mit 50 Jahren zum Meister der Braunkohlenindustrie. Meine Mutter war beim Großbauern des Ortes auf dem Feld und im Stall tätig, auch keine leichte Arbeit. Sie starb mit 84 Jahren. Ich möchte meine Kindheit nicht missen. Wir hatten Freizeit zum Fußball spielen, Fahrrad fahren und Streiche auszuhecken. Natürlich mussten wir in Garten, wie auch auf dem Feld helfen. Gehungert haben wir nicht, es gab überall etwas zum Essen, auch wuchsen ja viele Obstbäume und … wir konnten noch klettern. Von meinem Vater wurde ich maßgeblich handwerklich geprägt. So lernte ich u.a. auch von ihm beim Fahrrad Räder einspeichen und zentrieren. Die Schule besuchte ich im Nachbarort Zschernitzsch und schloss eine 3-jährige Lehre als Maurer im Kreisbau Altenburg, dem späteren Baukombinat, ab. Meinen Wehrdienst leistete ich 1965-1966 und heiratete. In dem Jahr wurde auch mein erster Sohn geboren, der leider mit 16 Jahren tödlich verunglückte. Mein zweiter Sohn erblickte 1967 das Licht der Welt. Mit seiner Frau und 2 Kindern verzog er, wegen der beruflichen Laufbahn, 2008 nach Baden-Württemberg. Mit Stolz muss ich sagen „alles richtig gemacht“, alle 4 haben eine gute Anstellung und schöne Wohnungen. Da nach meinem Wehrdienst die Betonbauweise im Baukombinat Einzug hielt, was mir ganz und gar nicht gefiel, bemühte ich mich um den betriebsinternen Wechsel zur Abteilung Tiefbau. Dort qualifizierte ich mich und war bis Kombinatsauflösung 1993 als Schichtleiter tätig. Nun wechselte ich den Wohnsitz und zog nach Sachsen. Bis 2001 arbeitete ich als Maurer/Polier in der Restauration bei der Firma Ochsenfarth Restaurierungen Paderborn, NL Erfurt. In diesen Jahren war ich für Aufträge des Denkmalschutzes bundesweit im Einsatz. Ich habe u. a. an der Restaurierung des Präsidentensaals im Bundesverwaltungsgericht in Leipzig, dem Erfurter Dom, den Fassaden des Zeughauses Berlin, des Weimarer Schlosses und der evangelischen Kirche St. Martin in Heiligenstadt mitgearbeitet. Besonders gern denke ich an die Sanierung des Hausmannsturm vom Residenzschloss Altenburg. Meine Ehe wurde 1995 geschieden. Schließlich wechselte ich zur Bausanierung in die alten Bundes-länder. Ich führte als Polier in Bayern und Hessen Natursteinarbeiten an verfallenen Stadt-, Friedhofs- und Schlossmauern bis zum Renteneintritt 2009 durch. Eine körperlich sehr schwere aber interessante Arbeit, ich habe sie gern gemacht. 2003 heiratete ich meine derzeitige Frau Karin. Meine Freizeit als Rentner verbringe ich am liebsten bei Gartenarbeiten. Ich führe Reparaturarbeiten am Haus noch selber aus und werkle viel. Ich bin zuversichtlich und möchte 100 Jahre alt werden. Karin wurde 1951 in Großpösna geboren. Der Vater war Kraftfahrer, die Mutter arbeitete als Köchin, Reinigungskraft und Sachbearbeiterin. Von 1957-1967 besuchte Karin die Schule in ihrem Geburtsort und im Nachbarort Liebertwolkwitz. Dem schloss sich eine 2,5-jährige Lehre als Industriekaufmann im Montagewerk Leipzig an, danach war sie dort in der Finanzbuchhaltung tätig. 1970 wurde ihre Tochter geboren, sie heiratete im gleichen Jahr. Bald darauf folgte der Wohnort- und Arbeitsplatzwechsel nach Grimma. Ihr Sohn kam 1974 zur Welt, weitere Umzüge standen an. Auf Grund der damaligen Wohnsituation entschloss man sich 1985 ein Eigenheim zu bauen, was die Ehe nicht überstand, die Folge - Scheidung 1987. Da sie bereits im Haus wohnten, musste deren zeitnahe Fertigstellung vorangetrieben werden. Um der kleinen Familie einen entsprechenden Lebensstandard zu ermöglichen, nahm sie 1987 einen Job als Sekretärin beim Baukombinat Altenburg, Leipzig in Berlin an, später dann als Bauökonom. Nach Abwicklung des Baukombinates nach der Wende, war sie als Buchhalterin/Prokuristin in Leipzig im Großhandel beschäftigt. Ihre Kinder haben nun Ihr Leben selbst in die Hand genommen, die Ausbildung erfolgreich abgeschlossen und stehen im Arbeitsleben ihre/n Frau/Mann, Karin ist sehr stolz auf sie. Sie wohnen zwar weit weg, eines in Schleswig-Holstein, das Andere bei München, Beide haben sich dort selbst einen neuen Lebensmittelpunkt geschaffen. Karin hat 2003 geheiratet. In den zurückliegenden Jahren wurde viel erreicht, nicht nur am Eigenheim, neues Bad, Küche, Fenster, Heizung, Dach, sondern es wurden auch einige schöne Reisen unternommen.
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