MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Nobert und Heike Becker

Sein Leitspruch: „Mach Dich nie kleiner als Du bist!“

Nobert und Heike Becker

Werkzeugmacher
99510 Ilmtal-Weinstraße OT Mattstedt   

Schon immer hat er seine Geschicke selbst in die Hände genommen. Norbert Becker ist ein Macher, im Beruflichen wie im Sportlichen. Der Fußball gehört zu seinem Leben – so wie seine Familie, die sehr bodenständig in Thüringen verwurzelt ist. Der gelernte Werkzeugmacher, seit 1984 verheiratet mit Heike (Verkäuferin in einem Großmarkt) hat einen Leitspruch von seiner Oma übernommen: „Mach Dich nie kleiner wie Du bist!“ Damit ist der gebürtige Apoldaer, Jahrgang 1961, stets gut gefahren. Diese Weisheit hat er auch seinen Söhnen Christoph und Mario, die in der Region geblieben sind, mit auf den Weg gegeben. Nach Abschluss der 10. Klasse wollte Norbert Becker Pilot bei den Agrarfliegern oder in der Zivilluftfahrt werden. Bei der Musterung im Wehrkreiskommando äußerte er deshalb den Wunsch zu den Luftstreitkräften zu kommen. Da ihm aber nur eine Offizierslaufbahn in Aussicht gestellt wurde, verzichtete Norbert Becker und wurde „buchstäblich rausgeschmissen“. Die anschließende Lehrstellensuche gestaltete sich nun etwas schwierig, aber durch Beziehungen eines Onkels konnte er schließlich beim Weimar-Werk eine zweieinhalbjährige Lehre zum Facharbeiter aufnehmen. Nach der Ausbildung arbeitete er dort noch ein Jahr und wechselte dann in den VEB Forschung/Rationalisierung nach Apolda. Bis zur Wende war er in diesem Betrieb, der kleine Roboter baute und zur Lederwarenindustrie gehörte, beschäftigt. Noch 1989 wurde z. B. so ein Automat unter Mitwirkung von Norbert Becker in Moskau aufgestellt. In der Wendezeit wurde jedoch auch der Betrieb geschlossen. Arbeitslosigkeit konnte sich Norbert Becker nicht leisten, denn Geld wurde für den Ausbau seines Elternhauses gebraucht. Er heuerte deshalb zunächst beim Kraftverkehr Apolda an und stieg kurz danach als qualifizierter Schweißer bei einer hessischen Treppenbaufirma ein. Zwei Jahre Montage waren allerdings genug. Ein Umzug in die alten Bundesländer kam nicht in Frage. Der Umbau des Hauses in Thüringen war längst noch nicht fertig und die Söhne brauchten ihren Vater. Familienleben und Sportvereinsarbeit beim FSV Ilmtal-Zottelstedt (früher: Traktor) waren für Norbert Becker immer sehr wichtig. Daher entschied er sich für seine Heimat und fand zunächst mehrere Jahre Arbeit bei einer ortsansässigen Treppenbaufirma. Ende der neunziger Jahre gründete Norbert Becker mit zwei Partnern eine GbR, die BFS Metallbau Apolda. Als Subunternehmer war diese insbesondere für Unternehmen im alten Bundesgebiet tätig. Aus persönlichen Gründen verließ er jedoch nach sechs Jahren die Firma. Nunmehr wieder als Arbeitnehmer tätig, arbeitete er für einen Industriebetrieb in Erfurt als Fertigungsmechaniker, war für diesen als Dienstleister im MDC Kölleda sowie auch im Ausland unterwegs, u. a. in Frankreich, Belgien, Schweden und Indien, um dort Maschinenstraßen zu bauen. Sein Engagement für die Gründung eines Betriebsrates wurde dort nicht belohnt – Norbert Becker musste letztlich gehen. Inzwischen ist er als Automatenbediener bei einer regionalen Firma beschäftigt. Bereits seit 1976 ist er eng mit dem örtlichen Fußballverein verbunden. Mit 16 Jahren wurde Norbert Becker Juniorenspieler, war zwei Jahre später der jüngste Sektionsleiter im Kreis Apolda, führte den Verein als Vorsitzender in der Wendezeit und sorgte dafür, dass unter schwierigen Bedingungen der Neuanfang gelang. Sein Verein feiert 2019 das 70. Gründungsjahr und kann auf gesunde Strukturen, insbesondere im Nachwuchsbereich verweisen. Bis heute ist er noch als Übungsleiter für den Nachwuchs mitverantwortlich, während sein jüngster Sohn Mario inzwischen im Vorstand mitarbeitet. Darüber hinaus hat sich Norbert Becker in der Vergangenheit auch im Gemeinderat und der Kirmes engagiert. Hier in Thüringen will der Bodenständige gesund alt werden. Das wünscht er sich und seiner Familie, zu der auch noch Labrador-Hündin Lilly gehört. In freien Stunden ist er gern mit seiner Frau Heike auf dem Motorrad in Thüringen und im Harz unterwegs.
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