MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Wolfgang und Hiltrud Becker
„Erfolg kommt mit „ich kann“ und nicht durch „ich kann nicht“. (Henry Brooks-Adams)
Tiefdruckgraveur
Diplomingenieurin
Dr.-Wilhelm-Külz-Str. 13 b
09669 Frankenberg
Fon: 037206 / 4404
Der gebürtige Frankenberger Wolfgang Becker wurde 1948 als Sohn einer Hausfrau und eines Lohnbuchhalters geboren. Zur Familie gehörten drei Halbgeschwister und eine Schwester. 1954–1964 besuchte Wolfgang Becker die Schule, hatte keine konkreten Vorstellungen von seinem künftigen Berufsleben. Seine Klassenlehrerin erkannte sein zeichnerisches Talent und riet den Beruf Graveur zu ergreifen. Wolfgang Becker folgte der Empfehlung und nahm im VEB Walzengravierwerk eine Lehre (1974–1966) zum Tiefdruckgraveur auf. Nach Beendigung der Lehre arbeitete der junge Facharbeiter ein Jahr im Betrieb, absolvierte danach eine dreijährige Dienstzeit in den Reihen der NVA (Nationale Volksarmee). In den Betrieb zurückgekehrt arbeitete er wieder im Beruf, durchlief nebenher mehrere Qualifizierungen um immer neue fachliche Herausforderungen bewältigen zu können. Im Zuge der politischen Wende in der DDR wurde aus dem ehemaligen VEB die Sächsische Walzgravuren GmbH. Wolfgang Becker blieb beschäftigt, trat erst 2011 in den Ruhestand. Ehefrau Hiltrud lernte er im Betrieb kennen, heiratete die junge Mutter (Tochter Maren aus erster Beziehung, geb. 1977, Dr. der Mikrobiologie) im Jahr 1982. Hiltrud Becker (ein Bruder) wurde 1950 in Frankenberg geboren. Die Mutter war bei der Post beschäftigt, der Vater arbeitete in einer Gießerei. Das Mädchen Hiltrud sann über eine völlig andere Perspektive nach. Sie wollte gerne beruflich etwas machen, dass ihrer Leidenschaft für Musik (ganze Familie musizierte, erster Klavierunterricht mit vier Jahren) Rechnung tragen würde. Doch es kam anders. Nach der Schulzeit 1957–1969, dem erlangten Abitur und dem Facharbeiterabschluss als Feinmechaniker (Abitur mit Berufsausbildung) studierte sie in Ilmenau Informationstechnik und schloss als Diplomingenieurin ab. Andere Studiengänge wären ihr lieber gewesen, doch in der damaligen Zeit musste man sich „nach der Decke strecken“. Mädchen in technischen Berufen waren erwünscht, vorhandene Westverwandtschaft bei Bewerbungen eher hinderlich. Durch die Studienlenkung an das Buchungsmaschinenwerk in Karl-Marx-Stadt vermittelt, wurde sie nicht fachgerecht eingesetzt und sah sich 1979 nach anderer Einsatzmöglichkeit um. Der VEB Walzengravierwerk Frankenberg wurde zu ihrer neuen Arbeitsstätte. Im technischen Bereich und im Investmanagement tätig, fand sie Erfüllung im Beruf und zeitnah Akzeptanz als Frau in dieser Männerdomäne. Nach der Wende verhinderte ihr freiwilliger Gang in die Produktion (Übernahme Produktion Schablonenbereich, später Leitung der kompletten Produktgruppe) die Kündigung eines zweiten Mitarbeiters ihres vorherigen Bereiches, in dem nur noch ein Beschäftigter verbleiben konnte. „Eine sehr, sehr schöne Arbeit, die mir viel Spaß gemacht hat....“ beschreibt Hiltrud Becker rückblickend ihre letzten Arbeitsjahre. Im Jahr 2016 ging sie in Rente. Das Paar fühlt sich sehr mit der Natur verbunden. Das frühere Skifahren und Klettern in den Dolomiten ist heute dem Wandern und Radfahren gewichen. Touren mit dem Rad führten schon von Bozen nach Venedig, um den Gardasee und den Donauradweg entlang. Der vom Vater übernommene Garten bietet zwischenzeitlich Aktivität, Abwechslung und Erholung. Der Optimismus von Wolfgang Becker wird gut ergänzt vom Durchhaltevermögen und der Durchsetzungskraft seiner Frau. „Auf dem Berg stehen und in die Weite schauen...“ da fühlen sich die Eheleute wohl und vergisst Hiltrud Becker manchmal aufkommende bange Gefühle. Frieden für alle und mehr Bescheidenheit der Menschen sind ihre Wünsche die sie nicht selbst beeinflussen können. Doch für ihren Wunsch nach lange währender Gesundheit tun sie täglich selbst was möglich ist.