MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Erna Becker

Eine waschechte Plauenerin will im Alter noch selbstständig bleiben

Erna Becker

Erich-Knauf-Str. 18
08525 Plauen
Fon: 03741 / 523097

Die 80 hat sie schon überschritten und sie führt noch immer ein selbstbestimmtes Leben. Erna Becker aus Plauen legt darauf allergrößten Wert und will noch recht lange gesund bleiben. Sie versorgt sich selbst, geht einkaufen, kocht nach wie vor ihr Mittagessen regelmäßig und lebt verwitwet im eigenen Haushalt. Sie war 53 Jahre lang mit ihrem Mann Joachim (Kriminalpolizist) von 1956 bis zu seinem Tode im Jahr 2009 verheiratet. So konnte das Paar aus dem Vogtland sogar noch das Fest der goldenen Hochzeit feiern. Erna Becker hat eine Stieftochter (Evelin, geboren 1950, war Kindergärtnerin, inzwischen Rentnerin), drei Enkelkinder und drei Urenkel. Zur Welt gekommen 1936 in Plauen, ist Erna mit noch fünf Geschwistern groß geworden. Ihre Eltern arbeiteten in der Produktion, der Vater in der Textilindustrie (in der „Zellwolle“), die Mutter im Kabelwerk. Als Neunjährige erlebte Erna in ihrer Heimatstadt den Bombenangriff auf Plauen mit. „Das war am 17. März 1945, ich wurde damals am Bein verletzt“, weiß die Vogtländerin noch ganz genau. Die Schule besuchte sie von 1942-1950, sollte auch noch auf die Oberschule gehen, hielt es dort aber nur sechs Wochen aus. „Ich hatte keine Lust mehr auf Schule“, blickt sie zurück. Erna wollte wie ihre 13 Jahre ältere Schwester Blumenbinderin lernen. Und das tat sie dann auch und ließ sich drei Jahre in diesem Beruf ausbilden. Kurzzeitig arbeitete Erna Becker mal in den 1960er Jahren als Näherin, aber die meiste Zeit ihres Berufslebens verbrachte die waschechte Plauenerin in Blumengeschäften der Gärtnerischen Produktionsgenossenschaft (GPG). Sie war unter anderem im Blumenladen im Oberen Bahnhof in Plauen beschäftigt. 1988 ging sie zusammen mit ihrem Ehemann Joachim in Rente. Schaut die Seniorin auf ihr langes und erfülltes Leben zurück, erinnert sie sich an Zeiten, als sie sich in der DDR bei der Volkssolidarität ehrenamtlich engagierte. Sie war nicht nur dort aktiv tätig, sondern hat auch gerne Handarbeiten gemacht. Stricken und Häkeln liebte sie als Freizeitbeschäftigungen. Auch im Garten in der Anlage am „Schwarzen Holz“ gab es mit ihrem Mann zusammen immer genug zu tun. Heute vertreibt sich die Frau aus Sachsen, die stolz auf ihren Lebensweg und ihre große Familie ist, die Zeit mit Fernsehen. Sie liest auch noch und löst am liebsten Kreuzworträtsel, um geistig rege zu bleiben. Ihr Mann und ihre Eltern haben ihr früher viel geholfen. Auch selbst war Erna Becker stets hilfsbereit und ehrlich, was sie ebenso an anderen Menschen schätzt. Sie lebt gerne in ihrer Heimat, wollte nie weg aus Plauen. Wenn sie mit ihrem Mann verreiste, nach Moskau oder bis ans Nordkap unterwegs war, freute sie sich immer wieder auf ihre vogtländische Heimat. Die Tradition, Weihnachten in Familie zu feiern oder mit den Kindern wegzufahren, will sie bis heute nicht missen.
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