MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Siegfried Becker

Lange Zeit im sicheren Hafen

Siegfried Becker

 und Christine Winkler
Maurer, Kranführer
Rohrwalzerin
Chemnitzer Str. 26
01587 Riesa

Im Städtchen Stolberg am Harz wurde Siegfried Becker 1938 geboren. Er wuchs mit drei jüngeren Halbschwestern auf, sein Vater war im Jahr seiner Geburt verstorben. Darum verbrachte er viel Zeit bei den Großeltern sowie im Wald, wo sein Großvater als Förster tätig war. Nach achtjährigem Schulbesuch begann er 1952 eine Maurerlehre. Doch danach wechselte er 1955 nach Riesa in Sachsen. Im Luftkurort Stolberg war ein hübsches Mädchen von dort zu Gast, Siegfried Becker besuchte sie bald in Riesa und blieb. Bei der DSU Deutsche Schifffahrts- und Umschlagszentrale (dem späteren VEB Binnenhäfen Oberelbe) fand er Stellung. Knapp ein Jahr arbeitete er in der Fettderivate-Abfüllung, wurde ab Juli 1956 als Kranfahrer angelernt, machte Kranführerschein und Kesselwärterprüfung, denn noch waren Dampfkräne im Einsatz, erst später wurde auf elektrische Energie umgestellt. Im durchgängigen Drei-Schicht-Betrieb blieb er bis 1972. Da war er schon in die Sozialistische Einheitspartei (SED) eingetreten und ehrenamtlicher Parteisekretär. Die SED wollte ihn für höhere Aufgaben gewinnen, setzte ihn 1972 als Leiter der Abteilung Arbeit ein, doch da er keine Lust verspürte, weiterführende Schulungen zu besuchen, verzichtete er und arbeitete ab 1974 als Lagerleiter im Magazin. 1991 wurde aus der Festanstellung erst einmal eine Arbeitsbeschaffungsmaßnahme (ABM), aber weiter im Hafen, der nun zur Sächsische Binnenhäfen Oberelbe GmbH gehörte, als Kran- und Transportfahrer, viel bei der Sanierung von Altlasten. Das setzte sich 1996 mit der Wasser- und Beckensanierung des ehemaligen Tanklagers fort, als er zur MSBW Gesellschaft für Boden- und Wassersanierung mbH wechselte, ehe er im Jahr 2000 in Rente ging. Dreißig Jahre hatte er als Freiwilliger Helfer der Verkehrspolizei Schwertransporte begleitet, war im Wasserschutz eingesetzt. Seine Frau Melanie, geborene Wilsdorf aus Altweida, verstarb bereits 1984. Dem Ehepaar wurden sechs Kinder geschenkt, Enkel und Urenkel erweiterten die Familie. Seine heutige Lebensgefährtin Christine Winkler, geborene Raby, kam 1951 im Riesaer Ortsteil Gröba zur Welt. Sie wuchs mit drei Geschwistern auf, schloss 1965 die Schule mit der 8. Klasse ab und begann eine Lehre im Stahl- und Walzwerk Riesa. Als Rohrwalzerin blieb sie bis 1991 im Betrieb, als das Werk geschlossen wurde. Trotz einer Umschulung zur Gebäudereinigerin fand sie, auch gesundheitlich bedingt, danach keine Möglichkeit mehr, beruflich Fuß zu fassen. Aus ihrer geschiedenen Ehe stammen zwei Kinder, auch sie freut sich an Enkeln und dem ersten Urenkelkind.
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