MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Gisela und Eberhard Becker
„Gute Gesellschaft verdoppelt das Glück des Einzelnen.“ (aus Irland)
Bergstr. 10
08064 Zwickau
Fon: 0375 / 786515
Als Gisela Päßler 1938 geboren, besuchte sie 1944–1952 die Grundschule und nahm – mit dem Abschluss der 8. Klasse in der Tasche – eine Lehre im BMK Süd (Bauunion Zwickau) auf. Als Industriekaufmann schloss sie drei Jahre später diese Ausbildung ab, blieb bis 1965 im Betrieb tätig. 1960 hatte sie ihren Mann Eberhard geheiratet, 1965 kam der gemeinsame Sohn Andrè zur Welt, dem seine Schwester Anke 1967 folgte. Gisela Becker unterbrach ihre Berufstätigkeit, widmete sich der Betreuung und Erziehung ihrer Kinder und trug mit einem Zuverdienst als Versicherungskassiererin weiter zum Familienetat bei. 1974 nahm sie im VEB Aktivist Zwickau als Finanzbuchhalterin wieder eine Vollbeschäftigung auf. Ende 1990 wurde Frau Becker – wie so viele Menschen in den Betrieben der ehemaligen DDR– entlassen. Als Finanzbuchhalterin und Bürokraft kümmerte sie sich um administrative Belange, während Tochter Anke sich den Patienten ihrer Physiotherapie widmen konnte. Seit 1998 ist sie Rentnerin. Nun bleibt etwas mehr Zeit für Garten, Verarbeitung der Ernte, Chorgesang, Auftritten zu Veranstaltungen und weiteres Verwöhnen ihres Mannes mit guter Küche. Der – als Sohn eines Tischlermeisters und einer Hausfrau 1937 geboren – hatte drei Brüder und wuchs erst in Schlesien (Faulbrück) und später als Vertriebener (1946) in Ebersbrunn heran. Hier besuchte er weiter die Grundschule (1946–1952), entschloss sich eine Zimmermannslehre aufzunehmen (Vater Richard war Vorbild). Im Anschluss studierte er 1954–1957 an der Bauschule Glauchau, schloss dieses Studium jedoch nicht ab, „...aus disziplinaren Gründen...“, lacht er und berichtet weiter, wie er dann seinen Weg doch sehr erfolgreich fortsetzte: Zurück in seinem Ausbildungsbetrieb qualifizierte er sich zum Brigadier, kam seiner Wehrpflicht nach (1962–1964) absolvierte eine Meisterausbildung und ein Fachschulstudium in Leipzig (1969–1972) zum Bauingenieur für Hochbau (kombiniertes Fern- und Direktstudium). Er blieb vorerst im Betrieb, wechselte 1973 zum Rat der Stadt Zwickau in die Bauaufsichtsbehörde, wurde 1974 Leiter der Bauaufsicht Stadt Zwickau. Bis 1992 war er so tätig, dann bis zum Renteneintritt im Jahr 2000 Abteilungsleiter im Bauordnungsamt. Ordnungsliebe, Pünktlichkeit und Disziplin haben ihn bei seiner beruflichen Entwicklung sehr geholfen. Die Liebe zum Werkstoff Holz ist ihm erhalten geblieben. Noch heute ist der Umgang damit seine Lieblingsbeschäftigung. In ihrer Jugend in den verschiedensten Sportarten tätig, in der Tanzgruppe des BMK einst gemeinsam aktiv, haben sich die Eheleute dort nicht nur kennen- und lieben gelernt, sondern hoffen heute, dass sich diese jahrelange Körperertüchtigung auf ihre weitere Leistungsfähigkeit positiv auswirkt. „Sie ist ein ganz lieber Mensch,“ sagt Eberhard Becker von seiner Frau und sie erinnert daran, wie viel sie gemeinsam erlebt, gefeiert und bewegt haben. Ein gutes Leben, wie sie es sich auch für ihre zwei Enkel und drei Urenkel wünschen.