MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Manfred Beck
Ein Weltenbummler schon zu DDR-Zeiten
Diplom-Physiker
07751 Jena
Er hat schon „damals“ die Welt kennengelernt, war zu DDR-Zeiten Reisekader in seinem Betrieb. Manfred Beck aus Jena, Jahrgang 1938, ist als studierter Diplomphysiker viel herumgekommen und repräsentierte Carl Zeiss Jena im sozialistischen und kapitalistischen Ausland von Ungarn bis Äthiopien, als Vertreter auf Messen und Symposien. Seine spannenden beruflichen Aufgaben führten ihn auch nach Brasilien. Von 1968-1973 lebte der gebürtige Jenaer mit seiner Frau Heidrun (medizinisch-technische Assistentin, verheiratet seit 1961) und den beiden Kindern Anne-Kathrin (1964) und Göran (1966) erst ein Jahr in Sao Paulo, dann vier Jahre in Rio de Janeiro. „Es war die Zeit, als das südamerikanische Land von einer Militärdiktatur regiert wurde“, sagt der Thüringer. Seine Gedanken gehen zurück in eine Zeit, als er das technisch- kommerzielle Büro in Brasilien leitete, wofür er sich beworben hatte. Bevor er für ein solches Amt bestätigt worden war, gehörte er bereits zum Außenhandel-Mitarbeiterstab von Zeiss. 1944 in Greiz eingeschult, ging er dort auch zur Erweiterten Oberschule. Physik war sein Lieblingsfach, „das hing mit dem Lehrer zusammen, der gleichzeitig Schuldirektor war“, erinnert er sich. Nach dem Abitur wollte er an einer Ingenieurschule studieren, bewarb sich zunächst in Jena an der Fachschule für Feinwerktechnik und parallel an der Technischen Hochschule in Dresden. Zuerst kam die Zusage von Jena. Als er von Dresden auch eine Zusage erhielt, entschied sich Manfred Beck für das fünfjährige Hochschulstudium in Dresden von 1956-1961. „Wir waren im Studentenwohnheim zwölf Kommilitonen in einem Raum, so habe ich angefangen“, blickt er lächelnd zurück. Professor Recknagel war ein äußerst strenger Lehrmeister, den er heute als Vorbild sieht. Mit 64 Studenten hatte der Physik-Professor begonnen, mit 30 Studierenden aufgehört, blickt Manfred Beck auf seine Zeit des Lernens- mit dem Spezialgebiet Elektronenoptik - zurück. Er war bei denen dabei, die ihr Studium kurz nach dem Mauerbau mit dem Diplom in der Tasche erfolgreich abschlossen. Professor Recknagel galt als Pionier in der Elektronenmikroskopie und hatte enge Beziehungen zu Zeiss Jena. Weil sich Manfred Beck für dieses Fachgebiet sehr interessierte, stieg er im Oktober 1961 in Jena ein. Eine neue Abteilung für zentralen Kundendienst sollte bei Zeiss aufgebaut werden, er übernahm in diesem Bereich die Abteilung für Elektronenmikroskopie und blieb bis 1968. „Ich war sehr zufrieden mit meiner Tätigkeit zu DDR-Zeiten“, resümiert der Physiker auch mit Blick auf die fünf Jahre in Brasilien (1968-1973). Trifft er sich mit Studienkollegen, die überwiegend im wissenschaftlichen Bereich gearbeitet haben, kommt er zu folgender Einschätzung: „Zu manchen Zeiten war ich besser dran, zu manchen auch nicht.“ Zurückgekehrt aus Südamerika, blieb er für Zeiss im Außenhandel beschäftigt – in der Abteilung für Optisch-physikalische Messgeräte, die er europaweit auf Messen vorstellte. Dann suchte er nach einer neuen Herausforderung und wechselte Mitte der 80er Jahre in den G-Betrieb bei Zeiss. Bis zum Eintritt in den Ruhestand 1995 war Manfred Beck dort im Anlagen-Export beschäftigt. Eine intakte Familie, zu der heute auch noch vier Enkel gehören, zu haben, empfindet er als Glück. Stolz ist er auf seine berufliche Entwicklung. Manfred Beck ist bis heute physikalisch-technisch interessiert geblieben. Er singt im Jenaer Männerchor „Ernst Abbé“ mit und lebt mit seiner Frau Heidrun gern hier. Beide sind Mitglieder in einer Wandergruppe.