MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Edith Beckert
Chancen für Frauen
Industriekauffrau / Sekretärin
Parkstr. 8
09120 Chemnitz
Fon: 0371 / 361285
Edith Beckert hat in ihrem Leben viele Chancen erhalten, sie beruflich nutzen können und sich dafür eingesetzt, dass Frauen in ihrer Welt (damals in der DDR, heute unter veränderten Bedingungen) Chancen bekommen.
1939 in Chemnitz geboren, wuchs sie als Einzelkind mit ihrer Mutter auf, der Vater blieb im Krieg vermisst. Acht Jahre (1945–1953) besuchte sie die Volksschule. Den Besuch der Oberschule brach sie ab, um ihre Mutter, die so glücklich für sie gesorgt hatte, nach deren Erkrankung nun zu betreuen. Nach der zweieinhalbjährigen Lehre als Industriekauffrau in der Autoindustrie (1953/55) begann sie im IFA-Forschungs- und Entwicklungswerk als Sekretärin, wechselte 1957 zum Druckhaus der Zeitung „Freie Presse“. Heirat und die Geburt der beiden Söhne (1959 und 1961) führten zu Unterbrechungen. 1963 fing sie als Sekretärin bei der bezirklichen Arbeiter- und Bauerninspektion an, wurde 1965 Chefsekretärin des Kombinatsdirektors im VEB Spinnereimaschinenbau. Geprägt durch die Kriegsjahre und die Zeiten des Aufbaus einer neuen Gesellschaft in der DDR entschied sie sich, aktiv in der Jugendorganisation FDJ und später in der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (SED) mitzutun. Vom Betrieb wurde sie ein Jahr auf die Bezirksparteischule delegiert, arbeitete danach als Personalleiterin und wurde 1975 für eine hauptamtliche Tätigkeit im Parteiapparat der SED geworben. Bei der Parteileitung im Stadtbezirk Süd, dann bei der SED-Stadtleitung Karl-Marx-Stadt (wie ihre Geburtsstadt seit etlichen Jahren und bis 1990 hieß) widmete sie sich besonders der Frauenkommission. Ihre Erfahrungen in diesem Bereich qualifizierten sie später, als stellvertretende Vorsitzende des Bezirksvorstandes im Demokratischen Frauenbund (DFD, heute dfb) zu wirken. Als die DDR-Strukturen schwanden, blieb sie der Frauenarbeit jedoch im dfb verbunden und engagiert sich heute im Ortsvorstand der Partei „Die Linke“. Hauptberufliche Parteiarbeit war nun nicht mehr gefragt, so wechselte sie für ein Jahr zur Deutschen Post als Schalterangestellte, fand jedoch bereits 1992 als Sekretärin eines Oberarztes im Krankenhaus jene Stelle, die ihr befriedigende Möglichkeiten bot und der sie dann bis zum Renteneintritt 2004 treu blieb.
Die Mutter zweier Söhne, in zweiter Ehe verheiratet, zählt vier Enkel und drei Urenkel zur Familie und findet im Garten körperlichen, beim Lesen geistigen Ausgleich.