MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Brigitta Becker

Kinder-, Enkel- und Urenkelschar

Brigitta Becker

Industriekauffrau
01844 Oberottendorf

Das gemeinsam mit Ehemann Helmut errichtete Eigenheim in ihrem Geburtsort Oberottendorf (heute eingemeindet nach Neustadt in Sachsen) wurde zur großen Herausforderung für die Familie. Die Anstrengungen, sich in den Jahren 1974/76 in der DDR das notwendige Material zu beschaffen, waren immens. Zuvor hatte die Familie (Heirat 1958), die vier Kinder (drei Söhne, eine Tochter) wurden zwischen 1958 und 1962 geboren, zu sechst in einer 46-qm-Wohnung mehr gehaust, als gelebt. Als die Schwierigkeiten nach dem Einzug überwunden waren, begann eine glückliche Zeit, die 1988 durch den Tod des Mannes ein relativ frühes Ende fand. Geboren 1940, erlebte Brigitta Becker eine erfüllte Kindheit, obwohl der Vater 1944 bei Stalingrad dem Krieg zum Opfer fiel. Sie und ihre Mutter, der Stiefvater, die beiden Stiefgeschwister bildeten eine liebe Einheit. Nach dem Abschluss der 8. Klasse 1954 lernte Brigitta Becker Industriekauffrau beim Landmaschinenwerk „Fortschritt“ in Neustadt. Die Geburt der Kinder führte dazu, dass sie nur ein Jahr nach der Lehre im Betrieb blieb. Ab 1961 bereicherte sie das Familieneinkommen durch Heimarbeit für verschiedene private Firmen der in der Region stark verankerten Kunstblumenindustrie. Ab 1966 konnte sie wieder geregelte Arbeit aufnehmen, sie begann als Sachbearbeiterin beim VEB Kraftverkehr Pirna, Außenstelle Langburkersdorf. Familiengerechte Arbeitszeitregelungen im Büro, ihr Mann arbeitete für den selben Betrieb als Busfahrer, sorgten für freundliche Atmosphäre. 1978 wechselte sie zur Groß- und Einzelhandelsfirma für Dachdeckerbedarf Arthur Eyßler, in Neustadt in Sachsen seit dem 19. Jahrhundert eine Institution, bis heute ein privater Familienbetrieb. Da nach dem Ende der DDR ein Bauboom das Land bestimmte, blieben die Leistungen der Firma gefragt. So konnte Brigitta Becker bis zum Jahr 2000, als sie in Altersrente ging, im Rechnungswesen der Firma ihren sicheren Arbeitsplatz auch über Wendezeiten behalten. Zu den vier Kindern haben sich im Laufe der Jahre neun Enkel und sechs Urenkel gesellt. Die Oma und Großoma führt deshalb, obwohl nun schon lange verwitwet, ein reiches Leben, das durch viele Reisen in die seit dem Herbst 1989 offene Welt ergänzt wurde.
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