MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Bärbel Kattluhn
„Wenn du glücklich warst, gibt es nichts zu bereuen“ (Judy Parker)
Hauptstr. 10
06862 Dessau-Roßlau
Fon: 034901 / 82446
Das Leben der 1943 als Tochter einer Verkäuferin und eines Disponenten geborenen Bärbel Kattluhn verlief sehr gradlinig. Als einer der ersten Schüler hatte sie sich entscheiden können 10 statt 8 Klassen Schulbildung zu absolvieren und nahm diese Möglichkeit gerne wahr (1950–1960) um bessere Bildung zu erlangen. So war es ihr möglich einen interessanten Beruf zu erlernen und ihn mit Leidenschaft und ohne Reue 46 Jahre lang auszuüben. Als Syntheselaborantin (Arzneimittelsynthese) war ihr dabei ein interessantes Aufgabengebiet sicher und mit Zuarbeiten für Doktoranten konnte sie in der Forschung Besonderes leisten. Mittels Altersübergangregelung ging sie mit 63 Jahren in den Ruhestand, den sie indessen mit Ehemann Harald teilt. Seit 1964 sind die beiden ein Paar, haben ihr Familienglück mit Tochter Kerstin (geb. 1964, Lehrerin am Gymnasium) und einer Enkeltochter bereichert. Harald Kattluhn wurde unter keinem so günstigen Stern geboren. 1941 als uneheliches Kind das Licht der Welt erblickend, zeigte sich diese für den kleinen Jungen früh nicht von der besten Seite. 1944 mit der Mutter, den Großeltern auf der Flucht, fand die Familie im Auffanglager Köthen vorrübergehend Schutz und wurde dann nach Wörlitz verlegt. Eine schlimme Zeit mit Hunger, Not, aus Kartoffelschalen bereitetem Essen und der Geburt des Bruders durch die zuvor auf der Flucht geschändete Mutter. Durch Mutters Heirat besserte sich die Zukunft. Der Umzug nach Dessau erfolgte, Harald Kattluhn besuchte hier bis 1956 die Schule, konnte eine Lehre absolvieren, bevor er sich 18-jährig freiwillig für zwei Jahre zur Armee verpflichtete. Er erlebte den Mauerbau, musste zwangsverpflichtet länger dienen deswegen. 1961 kehrte er in das DHW Rodleben, seinen Ausbildungsbetrieb, zurück und absolvierte später eine Meisterausbildung um interessanter arbeiten und besser verdienen zu können. In vier Schichten war er rund um die Uhr tätig, Werk- und auch Feiertags. „Der unruhige Geist“, wie ihn seine Frau liebevoll nennt, nutze die freie Zeit für Garten und Urlaub, fuhr mit der Familie und erstem Auto zu DDR-Zeiten in das sozialistische Ausland und nach der Wende mit seiner Frau zu den nun möglichen neuen Fernzielen. „Wir bedauern nichts aus der Zeit gehören nicht zu den Klagenden, allerdings gehören wir auch zu denen, die die Wende gut gepackt haben.,,,“, erzählt er. Eigenes Haus, nie arbeitslos, mit langjährigem Laden-Mieter, verlief alles sehr moderat für die Familie. Ein Koy-Karpfen-Teich ist heute das Hobby, das Haus ist saniert, der Garten unmittelbar am Haus Freude und Erholungsort. Großen Stolz empfinden die Eheleute auf die Tochter und die Enkeltochter (Grundschullehrerin). „Wahnisinn, wie die beiden alles meistern“, berichten sie von Bestnoten, Gradlinigkeit, Ehrgeiz und erreichten Ergebnisse. Hund Timea begleitet im Alltag und ist Anreiz lange gesund zu bleiben um auch ihm sein Zuhause zu erhalten.