MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Ingeborg Kaspar
„Ich kann, weil ich will, was ich muss!“
Kinderkrippenleiterin i. R.
Rohrwiese 3
06780 Zörbig OT Löberitz
Fon: 034956 / 25108
„Ich kann, weil ich will, was ich muss!“ Das Müssen mit dem eigenen Willen in Einklang zu bringen, ist der Schlüssel für erfolgreiches Agieren, doch ebenso Fazit aus der Balance des Lebens.
Um ihrer Maxime gerecht zu werden, kommt Ingeborg Kaspar, geboren am 30.101944 in Steinhofen (Polen), folgerichtig allen Aufgaben nach, versäumt jedoch nie, Freizeitziele im Auge zu behalten und ihren Kraftspeicher neu aufzutanken.
Noch kein ¼ Jahr alt, verließ ihre Mutter mit ihr und ihren drei Söhnen die Heimat. Vater leistete Kriegsdienst. Als Flüchtlinge kamen die Familienmitglieder vorerst im Harz unter. Über Freunde gelangten sie nach Löberitz und somit in ihre neue Heimat. Ingeborg Kaspar besuchte die Schule und wollte, gemäß ihren Vorstellungen, einen auf Kinder ausgerichteten Beruf ergreifen..
Ein Haushaltsjahr verbrachte sie bei den Marineschwestern im Kloster Torgau. Eingesetzt im Küchendienst, in der Waschküche, bei der Gästebetreuung, gefiel ihr jedoch die Betreuung im Kindergarten am allerbesten. Sie begab sich an die Bosse-Klinik nach Wittenberg, fand ihren Einsatz auf der Säuglingsstation und war glücklich. Die Ausbildung übernahm das Paul-Gerhard-Stift, ein evangelisches Haus, welches vordergründig Leute aus den eigenen Reihen förderte. Dort konnte sie nicht unterkommen, verfolgte jedoch vehement ihr berufliches Ziel.
Sie bewarb sich in Wolfen, widmete sich einem Praktikum an der Betriebskinderkrippe, absolvierte ihr Fachschulstudium in Halle und blieb bis 1966 an der vorherigen Einrichtung. Nach Wechsel an die Kinderkrippe in Löberitz, stieg sie innerhalb kurzer Zeit zur Leiterin auf. Nach der Wende fiel das Objekt an frühere Besitzer zurück, die Krippe wurde dem örtlichen Kindergarten angeschlossen und dort arbeitete Ingeborg Kaspar bis 2003. Um an der Seite ihres geliebten Ehemannes Willi zu sein, zog sie sich vorzeitig aus dem Berufsleben zurück. Er war schwer erkrankt.
Geheiratet hatte das Paar 1966 und durfte wunderschöne Jahrzehnte gemeinsam verbringen. Der studierte Elektro-Ingenieur und frühere Bürgermeister war immer für seine Frau da. Die Eheleute sangen im Chor und verbrachten die schönsten Wochen des Jahres auf Reisen. Willi Kaspar verstarb 2005 und Ingeborg Kaspar hatte das Gefühl, auch ihr Leben wäre zu Ende. Als der schlimmste Schmerz erträglicher wurde, sagte sie sich: „Ich kann, weil ich will, was ich muss.“ Sie ist überzeugt davon, dass, wenn ihr Mann von oben herunter schaut, über seine Frau nur erstaunt sein kann.
Leichter machen den Kummer auch ihre drei Kinder Torsten, Sabine und Susann, zwei Enkelsöhne, eine Enkelin, sehr gute Freunde und Chormitglieder.
Als Wiederbegründerin des einstigen Traditionschores Löberitz, kann diese Liedertafel auf weit über 100-jähriges Bestehen zurückblicken. Ingeborg Kaspar übernahm den Vorsitz und frönt somit ihrer Liebe zur Musik – und dies nicht, weil sie es muss, sondern weil sie es will.