MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Sigurd Kanitz

„Ich mache weiter, bis der liebe Gott sagt: Jetzt ist Schluss!“ ( Helmut Schmidt)

Oberlehrer
Thomas-Müntzer-Siedlung 13
04838 Zschepplin
Fon: 03423 / 51348

Sigurd Kanitz wurde 1940 als Sohn eines Lokführers und einer Etui-Macherin in Eilenburg geboren. Er besuchte acht Jahre die Schule, erlernte dann den Beruf eines Spitzendrehers. Er blieb im Lehrbetrieb (Eilenburger Baustoffmaschinenwerke) und begann einen Vorbereitungslehrgang für einen Fachschulbesuch, den er unterbrechen musste wegen seiner Einberufung zur Fliegertechnischen Schule Kamenz der NVA. An der Arbeiter- und Bauern-Fakultät DHFK Leipzig erlangte er die Hochschulreife, studierte im Anschluss (DHFK Leipzig und Karl-Marx-Universität Leipzig) und wurde Fachlehrer für Sport und Geschichte. Die Studienlenkung entschied an welchem Ort sein Einsatz benötigt wurde und so trat er seine erste Lehrerstelle an einer POS (Polytechnische Oberschule) in Züllsdorf an. Seine Initiativen – Errichtung eines selbst konstruierten Lehrschwimmbeckens und einer Sporthalle – führten 1969 zur Abwerbung und Wechsel an die Betriebsschule des Eilenburger Chemiewerkes, wo er als Sport- und Geschichtslehrer eingesetzt wurde, aber auch andere Fächer wie Werkstoffkunde, Fachmathematik usw. unterrichtete. Später wurde er Leiter der Berufsausbildung mit Abitur und Fachberater für den Lehrlingssport und blieb in diesen Funktionen bis zur Wende tätig. „Die Stellvertreter bleiben, während die Direktoren kommen und gehen.“ hatte er einst gehört und deshalb nie Ambitionen gehabt in der ersten Reihe zu stehen. Als politische Mandatsträger wurden die Direktoren nach der Wende abgelöst. Die Stellvertreter, bekannt als die die Arbeit machten, wurden vielfach übernommen. So auch in seinem Fall. Durch viele in früheren Jahren absolvierte Weiterbildungen hatte er die Erlaubnis in vielen Fächern zu unterrichten. Selbst Medizin gehörte für den Regimentsfeldscher der Reserve dazu. Als politisch unverdächtig eingestuft durfte er weiter als Lehrer arbeiten. Erst ohne Funktion, wurde er später Fachleiter Bau / Holz und war damit wieder in der Schulleitung und in leitender Funktion. 2005 ging er in die Rente. Der ehemals aktive Ruderer brachte sich beim Ruderclub Eilenburg e. V. mit ein, unter anderem bei dem Bau eines neuen Bootshauses, und übernahm zudem für vierzehn Jahre auch die gastronomische Bewirtschaftung des Objektes. Seit 1972 ist er im internationalen Schüleraustausch im Ehrenamt engagiert (Polen und Tschechien). Siebenundzwanzig Jahre hat er in der CSSR im Winter als Skilehrer gearbeitet (für deutsche Touristen und Schüler), war im Sommer als Rettungsschwimmer eingesetzt. Möglich war das alles nur mit einer starken und verständnisvollen Frau an seiner Seite. Die hatte er 1968 geheiratet. Brigitte Kanitz (Bankkauffrau) verstarb 2011. Auch die gemeinsame Tochter Alina (geb. 1969, Journalistin bei „Ärzte ohne Grenzen“) musste er schon 2017 zu Grabe tragen. Geblieben sind ihm Sohn Guido (geb. 1986, Pädagoge) und die Enkelsöhne Michel und Fridolin. 1600 Quadratmeter Garten halten ihn in Schwung, tägliches schwimmen (wetterunabhängig) hält ihn gesund. In der Firma „JGK Haus und Bau“ mit Sitz in Weilheim i. O. ist er zudem noch als Bauleiter aktiv. Langeweile kommt also in nächster Zeit für ihn sicher nicht auf!
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