MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Alfred und Lisa Kaiser
Ein aufrechtes, arbeitsreiches, erfolgreiches Leben über gemeinsame Jahrzehnte
Am Klatschwald 6
09661 Striegisthal
Fon: 034322 / 12650
1934 in eine Landwirt-Familie hineingeboren, wohnt Alfred Kaiser heute auf dem elterlichen Hof. Er erinnert sich noch daran, als Kind den Scheunenbau beobachtet zu haben und als Vorschul- und Schulkind dem Onkel bei dem Anpflanzen der Obstplantage geholfen zu haben. 1940–1948 drückte er die Schulbank – 1945 unterbrochen durch den Krieg. Die Aufregung um den Bombeneinschlag auf nahem Feld ist in Erinnerung geblieben, ebenso wie der Neubau des Elternhauses 1949, an dem er mitwirkte. Auch in der Wirtschaft war er täglich mit im Einsatz und von vornherein war klar, dass er Bauer werden würde. Zwei Jahre besuchte er die Landwirtschaftliche Berufsschule. Die praktische Ausbildung erfolgte auf dem Hof des Vaters. Eine Übernahme des Hofes kam trotzdem nicht zustande. Alfred Kaiser hatte seine Frau Lisa kennengelernt, 1960 wurde geheiratet. Gerne hätte die Eheleute nun den Hof übernommen, doch die Zeit der Kollektivierung der Landwirtschaft war gerade angebrochen und die Pläne von Alfred und Lisa Kaiser fielen dem zum Opfer. Erst wehrte sich der Vater gegen den Eintritt in die LPG. Doch die Mutter befürchtete deshalb seine Inhaftierung und so unterschrieb der Bauer notgedrungen. Später widerrief er diese Einwilligung, beugte sich aber schließlich dem Druck und brachte seinen Besitz doch in die LPG ein. Alfred Kaiser suchte eine neue Arbeit. Im Besitz des Lkw-Führerscheins, bewarb er sich als Kraftfahrer. Aus der Landwirtschaft kommend unterlag er jedoch einem Einstellungsverbot und so gestaltete sich seine Neuorientierung schwer. Letztendlich gelang es ihm im Altstoffhandel Leipzig eine Anstellung als Kraftfahrer zu finden. 32 Jahre war er so tätig. Er erlebte die Wende in dem Betrieb und durchstand die damit folgenden Veränderungen. In Bremen fuhr er zwei Jahre, erlebte viel, war jedoch von der Familie getrennt. Bereits das 58 Lebensjahr vollendet, wurde er entlassen, musste sich beim Arbeitsamt melden. Mit 60 Jahren ging er in die Rente. Doch statt den Ruhestand zu genießen, nahm er in Tirol eine Stelle an, fuhr 10 Jahre Touristen und erlebte selbst sehr viel dabei. Mit 70 Jahren fand er, es sei nun Zeit den Ruhestand mit seiner Frau zu genießen. Lisa Kaiser, 1935 als Tochter von Landwirten geboren, lernte nach der Schule ebenfalls an einer Landwirtschaftlichen Berufsschule und arbeitete auf dem elterlichen Hof – bis zur Hochzeit mit Alfred Kaiser. Dem Schwiegervater half sie danach bei der Versorgung des Viehs (Rinderstall; war anfangs nicht in die LPG eingebracht) und kümmerte sich um den Haus, Hof und die gemeinsamen Kinder (Frieder, geb. 1960 / Ulrich, geb. 1964 / Christina, geb. 1966), die damit das Glück hatten nicht in Kindereinrichtungen aufwachsen zu müssen und eine behütete Kindheit erleben zu dürfen. Für dreizehn Enkel und fünf Urenkel haben sie indessen gesorgt! Auch den Schwiegereltern hat sie das Alter erleichtert, sie betreut und gepflegt. Hilfsbereitschaft, Freundlichkeit und Herzlichkeit ist das Markenzeichen der Eheleute Kaiser. Stolz darauf ein aufrechtes Leben geführt zu haben, freuen sie sich heute über den familiären Zusammenhalt mit Kindern und Enkeln, für die sie sich eine gesunde und erfolgreiche Zukunft wünschen.