MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Hans-Jürgen Kallenbach
Ein „Schwarzkünstler“ mit viel Engagement
mit Ehefrau Maria
Salomonsborner Höhe 9
99090 Erfurt
Fon: 036208 / 71092
Die Kunst und Kultur, verbunden mit sozialem Engagement, war und ist sein Leben. Hans-Jürgen Kallenbach aus Erfurt hat sich während seines beruflichen Werdegangs stets für Menschen eingesetzt und ihnen dabei auch künstlerische Werte vermittelt. Der Thüringer ist seit 1969 verheiratet mit Maria (Handelskauffrau, Zivilangestellte bei der NVA, anschließend Bundewehr) und hat zwei Töchter (Claudia, geboren 1969, Bibliothekarin bei der Stadt; Alexandra, geboren 1976, beim Thüringer Postservice angestellt) sowie zwei Enkelsöhne (Lorenzo und Anthony). Zur Welt gekommen am Nikolaustag 1950 in Erfurt, wollte Hans-Jürgen Kallenbach nach seinem Realschulabschluss eine künstlerische Berufsrichtung einschlagen. Zunächst erlernte er bei „Fortschritt“ Erfurt den Beruf eines Buchdruckers. Diese Druckerei hatte zu DDR-Zeiten viele Export-Aufträge, fertigte vor allem hochwertige Bildbände und Kalender. Das gefiel ihm und er ließ sich während seiner Ausbildung gern in die Geheimnisse der Druckkunst einweihen, vom topografischen Maßsystem, das heute kaum noch jemand kennt, über die Farblehre bis hin zur filigranen Zurichtung für eine Bleidruckplatte mit Hilfe von Seidenpapier. Auf seinen ersten erlernte Beruf ist Hans-Jürgen Kallenbach noch immer sehr stolz, weshalb er sich auch scherzhaft als richtigen „Schwarzkünstler“ bezeichnet. Nach seiner dreijährigen Armeezeit gab es Bestrebungen, ihn in eine militärische Laufbahn zu drängen. Als Zivilbeschäftigter absolvierte er 1975 berufsbegleitend eine zweite Ausbildung zum Wirtschaftskaufmann. Beides entsprach so gar nicht seinen Vorstellungen und er begann eine Arbeit im
„Haus der Armee“, welches als Clubhaus offen war für alle Kunst- und Kulturinteressenten. Dort organisierte er Ausstelllungen, Kunstgespräche, musikalische Veranstaltungen und leitete Malzirkel für Kinder und Jugendliche. Nebenbei studierte Hans-Jürgen Kallenbach ab 1975 Kulturwissenschaft an der Fachschule für Klubhausleiter in Meißen-Siebeneichen, wo er 1979 seinen Abschluss zum Staatlich geprüften Klubleiter und die Hochschulreife erwarb. 1982 bekam er ein Angebot als Mitarbeiter bei den Museen der Stadt Erfurt, welches er als neue berufliche Herausforderung gern annahm. Zwei Jahre später wurde er zum stellvertretenden Direktor der Museen seiner Heimatstadt berufen. Aufgrund verschiedener Querelen zur Wendezeit schmiss er hin und arbeitete noch drei Monate bis zum Herbst 1989 als wissenschaftlicher Mitarbeiter im Schloss Molsdorf. Zu dieser Zeit nahm er auch sein Fernstudium Kunstgeschichte an der Martin-Luther-Universität in Halle auf, wo er 11 Fachsemester absolvierte. Nach veränderten kommunalen Strukturen begann Hans-Jürgen Kallenbach im März 1990 eine Arbeit im Jugendamt und sammelte Erfahrungen in der offenen Jugendarbeit. Als Initiator und Mitbegründer eines Vereins der Jugendberufshilfe wurde er 1992 von der Stadt zum Geschäftsführer der JES-Jugendförderkreis gemeinnützigen GmbH abgeordnet. Über 10 Jahre engagierte er sich hier für die Interessen benachteiligter Jugendlicher. Nach Abberufung infolge eines Gesellschafterwechsels nahm er eine Stelle im Sozialamt an. Immer waren es Menschen, mit denen er arbeitete – für deren Wohl er sich einsetzte: auch für Menschen mit Handicaps, mit besonderen Lebenssituationen. Als ein Seniorenklubleiter gebraucht wurde, profilierte er sich neu und übte dieses Amt bis zum Eintritt in die Rente aus. „Man muss auch loslassen können“, sagt Hans-Jürgen Kallenbach nach einem langen und sehr abwechslungsreichen Berufsleben. Nun bleibt mehr Zeit für die Familie und eigene Interessen – Hauptsache man bleibt gesund!