MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Stefa Kahle
Eine Expertin im Veterinärwesen
Amselweg 66
06237 Leuna
Wäre es nach ihrem Schuldirektor gegangen, hätte Stefa Kahle aus Leuna bei Merseburg in Sachsen-Anhalt eine berufliche Laufbahn als Biologielehrerin eingeschlagen. Doch die gebürtige Sächsin aus dem Erzgebirgsvorland hat sich durchgesetzt und ihr Glück im Veterinärwesen gesucht und auch gefunden. Stefa Kahle wollte Tierärztin werden. In Zwickau 1953 zur Welt gekommen, ist sie in Planitz, woher der berühmte Schauspieler Gert Fröbe stammt, zur Schule gegangen, erst zur POS (1960–1968), dann 1968–1972 zur Erweiterten Oberschule (EOS) in Wilkau-Haßlau. Nach dem Abitur studierte Stefa 1972-1977 Veterinärmedizin in Leipzig und schloss mit dem Diplom ab. Am Institut für Angewandte Tierhygiene in Eberswalde absolvierte sie ein Jahr Pflichtassistenz und beschäftigte sich dabei mit dem Thema Stoffwechselerkrankungen landwirtschaftlicher Nutztiere. Zurückgekehrt nach Merseburg (von dort stammt ihr späterer Mann), denn in Eberswalde gab es keine Wohnung, heiratete sie 1978 Werner Kahle (aufgrund einer Gehbehinderung nach Halswirbel-OP heute im Rollstuhl und pflegebedürftig) und bekam mit ihm zwei Kinder (Sohn Thomas, geboren 1978; Tochter Anett, geboren 1980). Am Bezirksinstitut für Veterinärwesen in Halle fand sie Arbeit auf dem Gebiet der Virologie bei Nutztieren. Dort war Stefa Kahle bis nach der Wende beschäftigt – das Institut hieß aufgrund von Umstrukturierungen übrigens immer mal anders. Bis zum Eintritt ins Rentenalter (2014) verdiente Stefa Kahle ihre Brötchen beim Landesamt für Verbraucherschutz. Alles drehte sich um Lebensmittel, die auf bestimmte Viren und Bakterien untersucht wurden. Eine interessante Arbeit, in der die Diplom-Veterinärmedizinerin Erfüllung fand. Beim Lesen und bei der Gartenarbeit sowie der Beschäftigung mit ihrem Hund findet sie nun Entspannung. Stefa Kahle meistert ihr Leben. Sie pflegt zu Hause ihren Ehemann. Selbst erfuhr sie viel Unterstützung durch ihre Eltern und Großeltern. Besonders ihr Vater war für sie ein Vorbild, sagt Stefa Kahle rückblickend auf ihr Leben. Sie hat sich stets als Familienmensch gesehen. Heute kann sie sich außerdem auf gute und verlässliche Nachbarn stützen. Sie schauen nach Werner Kahle, wenn seine Ehefrau unterwegs sein muss und den einen oder anderen Weg zu erledigen hat. Sie will noch lange gesund bleiben. Zufriedenheit und Harmonie in der Familie wünscht sie sich für die Zukunft. Auch Traditionen – wie gemeinsam Weihnachten zu feiern mit echten Schnitzereien aus dem Erzgebirge – gehören zu ihrem Leben.