MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Gerd Kaiser

Selbst ist der Mann

Gerd Kaiser

Schlossermeister i. R.
Teichweg 36
04720 Döbeln OT Stockhausen

Aus dem Haus seiner Großeltern in Stockhausen (nach der Strukturreform 2013 heute Ortsteil von Döbeln), in dem er 1949 zur Welt kam, hat Gerd Kaiser in Eigenleistung ein richtiges Schmuckkästchen machen können. Seit unter marktwirtschaftlichen Bedingungen Material kein Problem mehr war, bekam sein engagiertes Basteln und Bauen neuen Auftrieb. Der Sohn eines Malers besuchte die Schule im nahen Technitz, schloss 1966 mit der 10. Klasse ab. Danach lernte er 1966/68 beim VEB Landmaschinenbau „Rotes Banner“ in Döbeln den Beruf des Drehers. Der Grundwehrdienst rief ihn für anderthalb Jahre zur Grenzbrigade Küste, er bekam eine Matrosenuniform, bestieg indes kein Schiff. Zurück im einstigen Lehrbetrieb wurde der junge Facharbeiter gebraucht, aber vorwiegend mit eintönigen Arbeiten beschäftigt. Später bei der Kranmontage und im Kabinenbau eingesetzt, gab es mehr Herausforderungen. Doch auch hier freute ihn die tägliche Routine bei der Arbeit im Taktsystem nicht auf Dauer. 1978 wechselte er in die Rinderzuchtanlage (eine große genossenschaftlich betriebene Anlage mit 2.000 Stück Vieh) in Stockhausen als Schlosser. In jeweils einjährigen Lehrgängen in Leisnig und Delitzsch qualifizierte er sich zum Schlossermeister, konnte auch den Schweißerpass und weitere Qualifikationen erwerben. Da unter den damaligen planwirtschaftlichen Zuständen nicht alles auf dem neuesten Stand der Technik war, gab es für ihn und seine Kollegen viel zu reparieren. Zuverlässigkeit und handwerkliches Geschick prägten sein Arbeitsethos. Mit den Umstrukturierungen beim Umbau der Landwirtschaft nach 1990 wurde er nicht mehr als Meister bezahlt, wirkte jedoch als Schlosser bis zum Jahr 2004 im Bereich Hopfenanbau. Schwere gesundheitliche Probleme, einmal musste der Rettungshubschrauber kommen, um ihn in die Leipziger Universitätsklinik zu bringen, hinderten ihn dann an der Fortsetzung beruflichen Tuns, bei leichten Arbeiten wie Grasmähen hilft er gern noch aus. Der geschiedene Vater zweier Töchter ist auch Großvater von zwei Enkeln, lebt heute mit einer Lebensgefährtin. Seit 1980 hatte er sich in der örtlichen Freiwilligen Feuerwehr für sein Gemeinwesen engagiert.
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