MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Klaus Kahmann

„Wir loben die gute alte Zeit, leben aber gerne in der Gegenwart“ Ovid

Klaus Kahmann

Dessauer Str. 65
06118 Halle
Fon: 0345 / 5225080

Für den 1936 geborenen Klaus Kahmann war zeitig klar: Ingenieur wollte er einmal werden. So besuchte er 1942–1955 die Schule, beendete sie mit dem Abitur und nahm im Anschluss in Weimar an der Hochschule für Architektur und Bauwesen ein Studium auf. So einfach sich das jetzt anhört, war es in Wirklichkeit nicht, denn da er als Kaufmannsohn nicht der Arbeiter- und Bauernklasse angehörte, erfuhr er zuvor ablehnende Haltungen zu diesem Weg, musste ihn mit der Mutter zusammen erkämpfen. Auch während des Studiums, erschwerte man ihm „als Kapitalistensohn“ den Ablauf, was zur Unterbrechung und seinem Wechsel in das Zentralinstitut für Schweißtechnik Halle führte. Hier erlangte er seinen Schweißingenieur, studierte danach an der Ingenieurschule für Schwermaschinenbau und beendete dieses Studium als Stahlbauingenieur. Nach zwei Praktika in der Zementfabrik Karsdorf und Schwermaschinenbau Espenhain, wurde er in die Buna-Werke delegiert und arbeitete dort zunächst als Konstrukteur in der Tiefbaugruppe. Nach Gründung einer Gruppe Stahlbau übernahm er diese als Gruppenleiter. In der Folgezeit wurden die Aufgaben eines Korrossionsschutz- und Schweißverantwortlichen von in der Bauprojektierung ihm übernommen. Nach der Wende erfolgte die Umwandlung des Betriebes in eine AG, später GmbH und nach Stilllegung einiger Anlagen und Ausgliederung von Produktionsbereichen eine Privatisierung nach Geschäftsfeldern. Hierbei entstanden mehrere eigenständige Unternehmen, unter anderem die BSL Olefinverbund GmbH mit einem Ingenieurbüro aus Magdeburg, in das Klaus Kahmann übernommen wurde und weiter die bisherige Arbeit (Rohrbrückensanierungen) ausübte. Ehefrau Birgit arbeitete im gleichen Bereich, lebte bereits mit „ihrem Chef“ seit 1993 zusammen. Im Jahr 2001 wurde geheiratet. 2000 war Birgit Kahmann arbeitslos geworden. Eine Stelle erhielt sie, trotz Weiterbildungsmaßnahmen, nie mehr und ging aus diesem Grund und nach langer Arbeitslosigkeit 2011 vorzeitig und mit Abzügen in die Rente. Klaus Kahmann hatte seinen Ruhestand bereits erreicht. Zweimal im Jahr treffen sich die Kahmanns noch mit alten Kollegen und bedauern, dass ein solcher Zusammenhalt, wie er früher zwischen den Menschen herrschte nicht mehr vorhanden ist in der neuen Gesellschaft. Die Welt haben sie sich angesehen, waren in Amerika, China, in den südlichen Ländern von Portugal bis Spanien und haben jedes Jahr eine Woche lang die schönsten Gegenden Deutschlands erkundet. Indessen erlaubt der Gesundheitszustand von Klaus Kahmann das nicht mehr und so bleiben ihm nur noch die interessanten Sportsendungen im Fernsehen. Mit Stolz schaut er auf sein Lebenswerk, seine drei Kinder aus erster Ehe, die zusammen mit der Tochter seiner Frau und den drei Enkeln eine funktionierende Patchworkfamilie abgeben. Er denkt dankbar an die Unterstützung, die ihm einst seine Mutter gab und auch an die seiner Frau, auf die er zunehmend mehr angewiesen sein wird. Große Träume hat er nicht mehr, doch die Familientreffen und die mit alten Sportkameraden, freuen ihn sehr.
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