MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Manfred Kahler
Wer billig kauft, kauft teuer
Raumausstatter
Eberswalder Straße 67
16227 Eberswalde
Fon: 03334 / 32285
E-Mail: stephan-kahler(at)freenet.de
Diese alte Weisheit beherzigen Manfred Kahlers Kunden - er bezog schon Polstergarnituren neu, die er vor 25 Jahren anfertigte. Sie wissen: Qualität macht sich bezahlt. Entgegen dem Trend setzt der Meister unbeirrt auf solide Handwerksleistung und persönlichen Service. Immer der Beste zu sein, ist seine Philosophie.
Das ist auch das Erfolgsgeheimnis der Firma, die Manfred Kahler seit 1995 gleichberechtigt mit seinem Sohn Stephan, der auch Meister wurde, betreibt. Obwohl er sich schon längst hätte zur Ruhe setzen können, mag er seinen Beruf nicht an den Nagel hängen. Am 3.4.1940 in Marienburg, im damaligen Westpreußen geboren, ereilte auch seine Familie das Schicksal. Die Flucht führte die Mutter mit 4 Kindern und dem Opa auf die „Gustloff“, die sie aber nur ohne Opa mitgenommen hätte. So stiegen alle wieder aus – und überlebten. Bei Ribnitz-Damgarten in Ahrenshagen kamen sie beim Bauern unter, bis 1950. Dann kehrte Vater aus der Gefangenschaft heim, die Familie zog nach Eberswalde. Manfred lernte Sattler, Tapezierer, später Polsterer und Dekorateur. All dies ist heute der „Raumausstatter“. Eigentlich wollte er Schuhmacher werden, der Geruch des Leders faszinierte ihn. Doch ein Freund, der Maler lernte, stimmte ihn um. Nur eins wusste der Tischlersohn: Handwerk musste es sein. Bis heute ist das sein Metier. Während der Sohn den Außendienst übernimmt, erledigt Vater die Werkstattarbeit, berät Kunden und frönt seiner Leidenschaft, dem Restaurieren alter Möbel. Seit 1975 war er gewählter Obermeister der Innung, ist nun „Ehrenobermeister“, trägt das goldene Ehrenzeichen der Handwerkskammer. Doch der Anfang war schwer. Seine erste Werkstatt betrieb Manfred Kahler in einem Keller, 1968 zog er zum Karl-Marx-Platz. Er machte sich einen Namen, entwickelte eigene Polstermöbel-Modelle, arbeitete nur für den Bevölkerungsbedarf. Seine bis zu 9 Gesellen wurden tüchtige Handwerker. Die Nachfrage war groß, das Material knapp. Nach 1989 folgte der Meister dem Rat, ein Haus zu kaufen und dort die Werkstatt einzurichten, um weiter zu bestehen. Der Rat war gut, er baute aus: Wohnungen, Werkstatt, Laden, Küchenstudio und Nähstube beherbergt das Gebäude, er hat den Rücken frei.
Dafür sorgt seit 48 Jahren auch seine Frau Jutta. Zur Familie gehören noch Tochter Kerstin und 3 Enkel. Auch die Tochter hat sich selbstständig gemacht, sie betreibt gemeinsam mit ihrem Mann ein Optikergeschäft in Strausberg. Um fit zu bleiben, fährt der frühere Radprofi auch heute noch gern Rad, Angeln in der herrlichen Umgebung hilft ihm ausspannen. Der Optimist schätzt Ehrlichkeit sehr, ist stolz darauf, den Rat seines Onkels beherzigt, sich selbstständig gemacht, nie aufgegeben zu haben. Sein größter Wunsch: Möge es der Familie auch gesundheitlich immer gut gehen.