MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Uta Kachel

Nach der Wende ging es beruflich turbulent zu

Uta Kachel

Großhandelskauffrau
99094 Erfurt OT Bischleben

Sie ist ein Familienmensch und feiert demnächst mit ihrem Ehemann Uwe (gelernter Kraftfahrzeug-Schlosser) das Fest der goldenen Hochzeit. Uta Kachel, ausgebildete Großhandelskauffrau, ist seit 1968 verheiratet. Das Paar wohnt in Bischleben, einem Ortsteil von Erfurt, hat zwei Töchter, drei Enkelinnen und einen Urenkel. Dass beide Töchter (Claudia, geboren 1967; Lilian, geboren 1968) in der Heimatregion Thüringen geblieben sind, freut Uta Kachel besonders. 1948 in Erfurt zur Welt gekommen, ist sie in Bischleben aufgewachsen und 1954-1964 zur Schule gegangen (acht Jahre in Bischleben, zwei Jahre in Erfurt). Der Großvater und Vater von Uta waren beide Stellmacher, sie selbst machte nach dem Abschluss der 10. Klasse eine kaufmännische Lehre in einem Handelsbetrieb, später PGH. Die junge Frau arbeitete zunächst im Ziegel-, später im Möbelkombinat in den Büros. Kurz hintereinander wurden während dieser Zeit ihre beiden Mädchen geboren, so dass sie als junge Mutter nur halbtags beschäftigt war. Anfang der 1970er Jahre hatte sich Uta Kachel bei einer anderen Firma beworben. Im VEB Feuerungsbau führte sie 20 Jahre lang die Kasse. 800 Mitarbeiter waren dort beschäftigt, darunter Monteure und Vertragsarbeiter aus Vietnam und später auch Mosambik. Als Hauptkassiererin gehörte Uta Kachel während dieser Zeit zum Bereich Ökonomie in ihrem Betrieb. Als die Wende kam, erlebte auch Uta Kachel 1990 den Umbruch hautnah mit. Sie wurde als einzige Frau in den Betriebsrat gewählt. Vorher war sie im VEB Feuerungsbau Erfurt im FDGB gesellschaftlich tätig und für die Kultur zuständig. Sie wurde nun in der Buchhaltung eingesetzt, denn die Kasse wurde abgebaut. Mit dem Bar-Auszahlen der Löhne und Gehälter an die Beschäftigten war Schluss. Ihr Betriebsleiter übertrug Uta Kachel die Leitung der Allgemeinen Verwaltung. Hier arbeiteten etwa zehn Mitarbeiter. Für sie begann auch als Mitglied im Betriebsrat eine schwierige Zeit, denn vielen Kollegen musste gekündigt werden. Ihr selbst wurde nach einem halben Jahr eine Abfindung angeboten. 1991 wurde Uta Kachel erst mal arbeitslos. Sie schnupperte durch die Vermittlung des Arbeitsamtes bei einer Finanzvermittlungsfirma rein, doch das war nicht ihr Ding. Vom Januar bis Juli 1993 unterzog sie sich einer Weiterbildung im kaufmännischen Bereich erhielt dann eine Anstellung in der Güterverkehrszentrum-Entwicklungsgesellschaft Erfurt als Sekretärin, später Mitarbeiterin des Bauleiters. Nach der Insolvenz 2001 erfolgte ihre Beschäftigung beim Insolvenzverwalter. In den Jahren 2003–2008 arbeitete sie im Rahmen einer Strukturanpassungsmaßnahme im Pfarramt (Archiv). Danach war sie noch bis 2012 auf Basis „Geringfügigkeit“ (EU-Rentner) tätig. Seit 1998 ist sie im Gemeindekirchenrat ihres Heimatortes aktiv. Sie singt im Ökumenischen Chor und betreut den Frauenkreis des Kirchenspiels.
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