MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Prof. h. c. Dr. phil. h. c. Walter Kaden
Ein Leben für die Stenografie
Parlaments- und Verhandlungsstenograf
Brixener Strasse 6
01217 Dresden
Fon: 0351 / 4715876
Stenografie wird mit vielen Synonymen umschrieben, sei es Engschrift, Kurzschrift oder Redezeichenkunst. Bis zur Einführung von Diktiergeräten war Stenografie vornehmlich aus administrativen Bereichen nicht wegzudenken.
Der Kunst des Schnellschreibens hat sich Prof. Walter Kaden mit Leib und Seele verschrieben und wandte sie mit flinkem Stift auf höchster Ebene an.
Am 15.07.1912 in Deuben bei Dresden geboren, besuchte er die Volksschule, legte nach dem 4. Schuljahr eine spezielle Prüfung ab und besuchte fortan mit Focus auf Französisch und Stenografie eine Begabtenklasse.
Nach dreijährigem Besuch der Öffentlichen Höheren Lehranstalt machte er den Abschluss zum Kaufmann.
Während des Krieges in der Nachrichtenkaserne Dresden als Fernsprecher eingesetzt, blieb ihm von 1940/45 u. a. der Frankreichfeldzug nicht erspart.
Später wurde ein guter Telefonstenograf gesucht. So kam Walter Kaden nach Potsdam, wurde Unteroffizier, nahm in Oslo Kriegsberichte entgegen und geriet als Feldwebel im Mai 1945 in englische Gefangenschaft.
In Sprache und Schrift verwurzelt, verfasste er die Lagerzeitung und konnte im Februar 1946 endlich in die Heimat zurück kehren.
Einen Job als Kaufmann fand er nicht und nutzte die Möglichkeit, als Justizsekretär und Verhandlungsstenograf am Amtsgericht Dresden tätig zu werden.
Walter Kaden sollte Richter werden und erhielt 1948 ein Angebot an die Deutsche Botschaft in China - was er beides nicht wollte - und wechselte somit als Referent ans Regierungsamt, später ans Stenografische Landesamt der Landesregierung Sachsen und agierte bis 1966 als Dezernent für fremdsprachliche Stenografie und Regierungsstenograf.
Folgen sollte die Ausbildung zum Stenografielehrer. Der flotte Schreiber erstellte nebst vielem Lehrbriefe und arbeitete nebenbei am Obersten Gericht der Volkskammer.
Seit 1972 freiberuflicher Stenograf, begleitete er Kongresse und Tagungen, übernahm 1990 die Komplettorganisation der Tätigkeit von Stenografen in Neuen Sächsischen Landtag und fungierte bis zum Ruhestand Ende Mai 1991 als Parlamentsstenograf.
Er wurde Doktor, Professor und Ehrensenator, kann auf 75jährige Lehrtätigkeit für Stenografie zurückblicken und verfasste zum Thema mehrere Bücher und Chroniken.
Mit Ehefrau Margot feierte er 2007 die Eiserne Hochzeit. Zwei Jahre später verstarb sie an Nekrose. Er verlor fast vollständig das Augenlicht, doch machen zwei Töchter, vier Enkel sowie das Resümee eines überlangen, erfolgreichen und erfüllenden Berufslebens auch überreich.