MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Wolfhard Jost
In der Ruhe liegt die Kraft
Facharbeiter für chemische Produktion
Meister der chemischen Industrie
Steingasse 17
04654 Frohburg OT Kohren-Sahlis
Wolfhard Jost kam am 27.05.1953 im sächsischen Limbach-Oberfrohna zur Welt, zog 1955 mit seiner Familie nach Kohren-Sahlis und wuchs mit einem Bruder auf. Sein Vater war selbstständiger Glasermeister und führte bis 1968 sein eigenes Geschäft in Frohburg. Anschließend war er im Kreiskrankenhaus Borna als Tischler tätig. Die Mutter arbeitete in diversen Jobs und verstarb leider sehr früh. „Ich hatte eine schöne Kindheit“, resümiert Wolfhard Jost, der in Kohren-Sahlis bis zur achten Klasse die Schule besuchte. Danach ging er nach Windischleuba und beendete die Schulzeit mit dem Abitur. „Ich hätte gern einen Beruf auf sprachlichem Gebiet erlernt, aber das ergab sich nicht“, berichtet er. Direkt nach dem Abitur verpflichtete sich Wolfhard Jost als Marinetaucher im Bergungsdienst drei Jahre zur Armee nach Stralsund. „Bis zu 60 Meter in die Tiefe sind wir abgetaucht. Abgesehen vom politischen Geschehen war das eine sehr interessante Lebensphase für mich. Hier habe ich die Ostsee lieben gelernt“, erinnert er sich. Im Anschluss bewarb er sich im damaligen VEB Otto Grotewohl Böhlen und war in diesem Betrieb, der seit 1995 Dow Chemical Company heißt, von 1974–2018 für die Abteilung Ver- und Endsorgung tätig. „Hier habe ich auch meine Facharbeiterausbildung für chemische Produktion gemacht und von 1978–1980 die Meisterausbildung für chemische Industrie absolviert. Zuständig war ich für die Erstwasserreinigung und Wasseraufbereitung des Betriebes, welches dann für Turbinen genutzt werden konnte. Ich war Schichtleiter und habe mein gesamtes Berufsleben in Schichten gearbeitet“, berichtet er. 1976 heiratete Wolfhard Jost seine Frau Christel, die als Sekretärin arbeitete. Mit Annett (*1979; Diplom-Naturwissenschaftlerin) hat das Paar eine Tochter und mittlerweile ein Enkelkind. Der Übergang in den Ruhestand erfolgte bei Wolfhard Jost nahtlos. In seiner Freizeit werkelt er gern an seinem Eigenheim, welches er von den Eltern geerbt und liebevoll renoviert hat. Auch der Garten erfährt nun eine größere Aufmerksamkeit. Im Jahr 2017 verstarb seine Frau an den Folgen einer Erkrankung. Für die Zukunft möchte sich Wolfhard Jost verstärkt auf das Reisen konzentrieren. „Ich würde gern noch einmal an die Ostsee fahren und die Gegend erkunden, in der ich damals stationiert war. Aber auch in den Bergen fühle ich mich wohl. Ich bin überall dort zu finden, wo es ruhig ist“, schmunzelt er. Stolz ist Wolfhard Jost, dass er viele seiner im Leben selbst gesteckten Ziele erreichen konnte. Er hat privat wie beruflich seine Erfüllung gefunden und strahlt diese innere Zufriedenheit auch aus. „Schön wäre es, wenn ich noch einige Jahre gesund und selbstbestimmt leben kann“, wünscht er sich, um aus jedem Tag das Bestmögliche zu machen.