MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Steffi Jung

Die Familie als Mittelpunkt

Steffi Jung

Diplom-Ingenieurin für Nahrungsmittelchemie
Am Wiesenweg 3
04654 Frohburg OT Greifenhain

Fon: 034348 / 51768

Steffi Jung, geb. Daßler, kam am 11.03.1942 im sächsischen Greifenhain zur Welt und wuchs als Einzelkind auf. Ihr Vater fiel im Krieg bei Stalingrad, die Mutter arbeitete als Sekretärin. „Im Prinzip bin ich von meiner Großmutter erzogen wurden, obwohl sie aufgrund einer Augenerkrankung erblindet war“, erzählt Steffi, die sich an eine harmonische Kindheit mit vielen gleichaltrigen Freunden erinnert. „Von den Wirren des Krieges haben wir in dem Alter gar nicht so viel verstanden“, sagt sie. Von 1948–1956 besuchte Steffi Jung die Schule ihres Heimatortes, ging anschließend zur EOS in Geithain und legte 1960 das Abitur ab. Anschließend studierte sie Landwirtschaft in Leipzig, brachte das Studium allerdings aufgrund fehlender beruflicher Perspektiven nicht zum Abschluss. „Ich bekam auch kein Stipendium, und von 25 Mark konnte ich den Lebensunterhalt nicht bestreiten. Mein Seminarleiter fand heraus, dass ich durch die jahrelange Schichtarbeit meiner Mutter zu den Arbeiterkindern zählte. Fortan wurde mir etwas mehr zugesprochen“, berichtet Steffi Jung. Sie arbeitete dann erst einmal eine Zeit lang im Kraftfuttermischwerk Leipzig als Laborantin, ließ sich zur Facharbeiterin ausbilden und studierte schließlich in Magdeburg im Rahmen eines Fachhochschulstudiums Ingenieurin für Nahrungsmittelchemie. Das Diplom wurde ihr später nach der Wende zuerkannt.1974 heiratete Steffi Jung ihren Mann Rudolf, der als Bergbauingenieur arbeitete. Mit Karen hat das Paar eine Tochter (*1974; Juristin) und mittlerweile eine Enkelin. Nachdem der Familie in Altenburg eine Neubauwohnung zugesprochen wurde, verlagerte sich auch der berufliche Mittelpunkt in diese Region. „Ich war bis 1981 als Laborleiterin der Leipziger Getreidewirtschaft, Außenstelle Altenburg, tätig“, sagt Steffi Jung. Danach arbeitete sie als Technische Ingenieurin in den Brikettier-Fabriken Lobstädt und Borna sowie bis 1994 im Kraftwerk Großzössen. Leider wurden die Betriebe wendebedingt geschlossen. „Ich wurde arbeitslos, pflegte meine an Krebs erkrankte Mutter, der ich vieles in meinem Leben zu verdanken habe, und blieb nach dem Renteneineintritt meines Mannes zu Hause. 2006 wurde ich pensioniert“, erinnert sich Steffi Jung. Im Jahr 2010 verstarb Rudolf Jung. Seit dieser Zeit lebt die Witwe allein und verbringt ihre freien Stunden am liebsten mit Tochter und Enkelin Siri. Auch Ausflüge in die Natur und das Lesen von Kriminalromamen gehören zu ihren Lieblingsbeschäftigungen. „Ich hätte gern noch ein paar Fremdsprachen gelernt“, schmunzelt sie, wenn sie nach einem Wunsch befragt wird. Für die Zukunft steht Gesundheit an oberster Stelle der persönlichen Liste. „Eigenständig leben zu können empfinde ich als großes Glück“, sagt die rüstige Pensionärin und schaut zufrieden auf eine erfüllte Biografie.
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