MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Irene Jonack
Die wertvollsten Erinnerungen schafft man gemeinsam
Büroangestellte, Arbeitsvorbereiter
Zimmermann, Berufsfeuerwehrmann
Heinrich-Heine-Str. 15
04651 Bad Lausick
Fon: 034345 / 24055
Als eins von sechs Kindern wurde das Mädchen Irene 1938 in Bad Lausick geboren. Ihr Vater kehrte verletzt aus dem Krieg zurück, arbeitete als Hilfsarbeiter. Ihre Mutter kümmerte sich als Hausfrau um die große Familie. Das Geld war knapp, die Nachkriegszeit nicht einfach. Jeder musste helfen und zum Familienetat mit beitragen. „Und doch hatten wir eine behütete Kindheit, mussten nie hungern oder sonstige Not leiden“ erzählt sie davon. Die Eltern ermöglichten dem jungen Mädchen sogar länger als unbedingt nötig die Schule zu besuchen. So konnte sie die mittlere Reife ablegen. Diätköchin wäre sie danach gerne geworden, doch nach ihrem Schulabschluss 1954 richtete sich die berufliche Orientierung nicht nach Wünschen sondern nach vorhandenen Möglichkeiten. Die junge Frau nahm eine Arbeit als Zahnarzthelferin auf, sollte eine Ausbildung zur Sprechstundenhilfe erhalten. Durch den Tod des Zahnarztes ließ sich dieser Plan nicht verwirklichen. Sie wechselte dann als Sachbearbeiterin in die Stadtverwaltung Bad Lausick, später ins Finanzamt Borna, wo sie bis 1960 tätig war. Ein Jahr zuvor hatte sie geheiratet. Die Kinder Petra (geb. 1960, Hygieneinspektor), Ilona (geb. 1961, Elektriker mit Abitur), Steffen (geb. 1962, Betriebsschlosser) und Thomas (geb. 1968, Betriebsschlosser) wurden in den folgenden Jahren geboren. Sie haben gemeinsam indessen für acht Enkel und sechs Urenkel gesorgt. Irene Jonack blieb zur Kindererziehung und –betreuung die ersten Jahre zu Hause, wurde danach als Küchenhilfe und später als Sachbearbeiterin in der MTS tätig. 1966 orientierte sie sich neu. Sie arbeitete nun in der Poststelle Beucha, wechselte 1971 aber erneut die Arbeitsstelle. Im VEB Kombinat Espenhain war sie in der Lohnbuchhaltung tätig bis 1989 die Auflösung der Abteilung (Instandhaltung) zu Arbeitslosigkeit, Vorruhestand und vorzeitigem Ruhestand führte. Den teilte sie fortan mit Ehemann Reinhard, der nahezu gleichzeitig sein Berufsleben beendete. 1938 in Borna geboren, hat dieser nach Abschluss der 8. Klasse eine Zimmermann-Lehre absolviert. Der Kreisbaubetrieb Grimma war seine erste Arbeitsstelle, im Tunnelbau des Tagebaus hinterließ er seine Spuren. Im Werk Espenhain arbeitete er danach als Gerüstbauer, im Betriebsschutz und bei der Betriebsfeuerwehr, nachdem er eine entsprechende Ausbildung durchlaufen hatte. In besonders guter Erinnerung ist den Eheleuten die gute Kameradschaft und Kollegialität untereinander geblieben. Jeder half, jeder unterstützte, jeder kümmerte sich.... Dann kam das Jahr 1989. Aus dem Urlaub kommend fand Reinhard Jonack einen Zettel vor, dass er sich am kommenden Morgen im Betrieb zu melden hätte. Das tat er und erhielt die Mitteilung: „Für dich ist Schluss.“ So endeten für den Oberlöschmeister 28 Jahre Zugehörigkeit zur Betriebsfeuerwehr! Zufrieden ist das Ehepaar trotz allem, denn sie haben das Glück eine große Familie zu haben, in der ein außerordentlich guter Zusammenhalt herrscht. Die Gesundheit setzt indessen Grenzen bei den Aktivitäten. 30 Jahre Familienkegeln (1 x monatlich 1985–2015) mussten durch andere Freuden ersetzt werden. Doch sie gehören nicht zu denen, „die meckern und nicht handeln“, berichten sie. Sie wollen ihre Gesundheit erhalten und 2019 gemeinsam die diamantene Hochzeit feiern.