MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Elisabeth Junghanns
Stolz auf die Familie
Diplomlehrerin
08393 Schönberg
Sie ist eine starke Frau und hat sich in ihrem langen Leben nie unterkriegen lassen. Ihre drei Töchter hat Elisabeth Junghanns, Diplomlehrerin im Ruhestand, aus Schönberg alleine großgezogen, denn ihr Mann Hermann, den sie 1960 heiratete, starb früh an einer schweren Krankheit (1971). Heute ist die Rentnerin aus Sachsen stolz auf ihre Familie, zu der inzwischen fünf Enkelkinder gehören. Dass die Töchter, die alle drei studiert haben, in der Region geblieben sind, macht Elisabeth Junghanns besonders glücklich. Helgard, die älteste der drei Kinder, wurde 1961 geboren und arbeitet heute als Steuerberaterin im sächsischen Glauchau. Karin, die mittlere Tochter, kam 1962 zur Welt und ist heute als HNO-Ärztin in Zeitz im Burgenlandkreis in Sachsen-Anhalt beschäftigt. Die jüngste Tochter Ulrike, 1966 geboren, ist in Mutters Fußstapfen getreten. Denn sie wurde ebenso Lehrerin. Heute unterrichtet sie am staatlichen Gymnasium in Glauchau. Elisabeth Junghanns stammt aus Pommern (heute Polen). Sie erblickte 1935 in Preußisch Friedland das Licht der Welt. Ihre Mutter war Hausfrau, ihr Vater betrieb ein Reparaturunternehmen für Landmaschinen. Elisabeth besuchte nur die 1. Klasse in ihrer Heimat, denn ihre dortige Schule wurde zum Auffanglager für Flüchtlinge. 1947 kam sie nach Grünbach im Vogtland, wo sie gleich in die 5. Klasse ging und bis zur 8. Klasse lernte. Ihr Vater war erschossen worden, denn er hatte sich geweigert, seinen Betrieb aufzugeben und die Heimat zu verlassen. Danach besuchte Elisabeth vier weitere Jahre die Oberschule in Falkenstein im Vogtland und legte nach der 12. Klasse das Abitur ab. Nun konnte sie Pädagogik in Leipzig studieren und vier Jahre später mit dem Diplom in der Tasche als Russischlehrerin unterrichten. In den 1960er Jahren kam dann noch Englisch hinzu. Schließlich überwog der Englischunterricht, so dass Elisabeth Junghanns in Schönberg nur noch diese Sprache an ihre Schülerinnen und Schüler weitergab. Für Englisch hatte sie einen weiteren Abschluss gemacht. 1996 ging die Sprachpädagogin in Rente. Der Garten, das Lesen und die Musik gehören heute zu den Lieblingsbeschäftigungen der Witwe. „Leider spiele ich selbst kein Instrument“, erklärt sie bedauernd. Für sich und ihre große Familie wünscht sich Elisabeth Junghanns nichts Sehnlicheres, als gesund zu bleiben. Mit Spannung und Freude begleitet sie die berufliche Entwicklung ihrer fünf Enkelkinder. Fast alle befinden sich im Studium. Eine Enkeltochter hat an der Folkwang-Universität in Essen studiert und ist bereits Diplom-Schauspielregisseurin, eine andere Enkeltochter besucht zurzeit noch das Gymnasium. Der Nachwuchs ist ehrgeizig, das erfüllt sie mit großem Stolz.