MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Siegfried und Gisela Junker

Ein einfaches aber erfülltes Leben

Siegfried und Gisela Junker

Klempnermeister
Krankenschwester

Pöritzsch 18
07929 Saalburg-Ebersdorf

Siegfried und Gisela Junker kennen sich seit ihrer Schulzeit in Saalburg, seit 1960 sind sie verheiratet. Der Sohn Ralf kommt im gleichen Jahr zur Welt, die Tochter Monique folgt 1972. Sie arbeitet heute beim MDR und hat lange Jahre in Israel für den Sender N 24 gearbeitet, wo sie die Eltern besucht haben. Insgesamt gehören sechs Enkel und ein Urenkel zur Familie. Siegfried Junker wird am 25. August 1939 in Saalburg geboren und wächst hier auf. Der Vater betreibt ein Frisörgeschäft, die Mutter ist als Haushaltshilfe „in Stellung“. Der Sohn beendet die Schule mit der achten Klasse und beginnt eine Lehre als Klempner und Installateur, bei fünf Geschwistern heißt es, so schnell wie möglich, Geld verdienen. Nach der Lehre bei einem privaten Handwerksmeister bleibt Siegfried Junker zunächst in seinem Ausbildungsbetrieb, geht dann für zwei Jahre nach Gera und kehrt dann nach Saalburg zurück. Als er in geselliger Runde mit Kollegen einige deftige Bemerkungen gegen den DDR-Staat vom Stapel lässt, wird der 18-jährige junge Mann wegen „staatsgefährdender Hetze“ zu zehn Monaten Haft verurteilt. Nach neun Monaten wird er entlassen, zwei Jahre Bewährung sind die Auflage. Ab 1972 ist er als Betriebshandwerker im Mauerwerk tätig, steigt dann zum Absatzleiter auf, wo er die einschlägigen Erfahrungen mit der DDR-Mangelwirtschaft machen muss. Ein erster Versuch, in die Selbstständigkeit zu gehen, scheitert 1976. Nach der Wende kann er sich diesen Traum erfüllen, er hat immer genug Arbeit und beschäftigt ein bis zwei Mitarbeiter. Mit 62 Jahren geht er 2001 in die Rente. Gisela Junker kommt 1945 mit ihrer Familie als Flüchtling nach Saalburg. Im Jahr 1956 zieht die Familie in das Zweifamilienhaus, das die Eltern Wanda und Adolf Rüder zusammen mit ihrem Bruder fertiggestellt hatten und in dem sie mit ihrem Mann heute noch wohnt, nachdem sie es 1972 übernommen haben – als sie zur Mutter zogen. Die gelernte Krankenschwester arbeitet in Saalburg in einer Kinderkrippe und später noch für einige Jahre in Hort. Sie ist ein sehr aktiver Mensch, so dass ihr die Enkel sehr gut tun, die sie oft besuchen und dann bei ihr wohnen. Siegfried Junker arbeitet am liebsten im Haus und im Garten, wo er sich auch um die fünf Hühner und den Hahn kümmert. Nach wie vor interessiert er sich für Fußball, spielt aber selbst nicht mehr aktiv. Vor allem interessiert er sich für die unteren Ligen. „Die anderen verdienen mir zuviel Geld“, umreißt er seine Einstellung. Gisela Junker kümmert sich um den Haushalt und den Garten und nutzt längere Autotouren zum intensiven Lesen. Sie verreisen eigentlich nicht so gern und sind höchstens mal für eine Woche unterwegs. Die Junkers wollen noch einige Jahre bei guter Gesundheit verbringen und das Aufwachsen der Enkel miterleben.
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