MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Dorothea Johst
Gottvertrauen
Binnenhandeslökonom i. R.
99084 Erfurt
Als Dorothea Berger, geboren am 03.02.1942 in Berlin, begann ihr Lebensweg. Sie beschreitet als 3. Kind ihren von Fleiß, Wissensdrang und Ehrgeiz, aber auch von Gottvertrauen geprägten Weg. Sie liebt den Ansporn und kann ihn mit Teamgeist ebenso auf andere Menschen übertragen, ohne auf Individualität zu verzichten. Dabei war ihr junges Leben von grenzenloser Tragik begleitet.
Eigentlich war ihr Vater Dr. Heinrich Berger Jurist. Da er die neuen Gesetze als Christ nicht mittragen konnte, fungierte er als Parlamentsstenograf und wurde in den Berliner Reichstag verpflichtet. Die von Stauffenberg in der Wolfsschanze deponierte Sprengladung verletzte am 20. Juli 1944 statt Hitler ihren Vater tödlich, der so als erstes ziviles Opfer des Bombenattentates gilt. Er wurde in Cottbus bestattet, weil die Familie bereits 1943 dorthin evakuierte.
Nach dem Krieg verblieb die Familie in Cottbus und Dorothea B. legte 1960 das altsprachliche Abitur ab und hätte gern Theologie oder Pflanzenzucht studiert.
Zuerst absolvierte sie eine Gärtnerlehre und begann 1962 das Fachschulstudium am Institut für Pflanzenzüchtung Quedlinburg, um ihren Traum auf kurzem Wege zu erfüllen. Als landwirtschaftlich-technische Assistentin begann sie 1964 in der Gemüse-Zuchtstation des VEG Saatzucht Zierpflanzen in Erfurt. 1967 heiratete sie und ist 20 Jahre unter dem Namen Iwantschew vielen bekannt. (Seit 1987 heißt sie Johst.) Durch Verlagerung der Gemüsezucht in die Börde wechselte sie zur Abteilung Großhandel Blumenzwiebeln und –knollen. Hier erwarb sie neu kaufmännische Praxis. Deshalb studierte sie ab 1973 im Fernstudium Binnen-handelsökonomie. Vor dem Abschluss wechselte sie 1977 zur Abteilung ‚Abfüllung Grassamen und Futterhackfrüchte‘ als verantwortliche Leiterin.
2 Jahre später übernahm sie das Vertragswesen der Saatgutproduktion im VEB Erfurter Blumensamen aufgrund weiterer Strukturveränderung. Im neuen Arbeitsgebiet war es ihr möglich, ihre pflanzlichen und ökonomischen Kenntnisse zu verschmelzen. Mit der Wende wurde der Betrieb reprivatisiert als Traditions-unternehmen „N. L. Chrestensen – Erfurter Samen-und Pflanzenzucht“. Als zuverlässige Mitarbeiterin verblieb sie in der neu gegründeten Firma und wurde neben dem Vertragswesen auch für die Saatgutreinigung am neuen Standort verantwortlich. Sie arbeitete weiter im Unternehmen bis zur Rente 2001.
Dorothea Johst ist Mutter ihrer Kinder Annette und Christo, zweifache Großmutter und ehrenamtlich seit Jahrzehnten tief verwurzelt in der evangelischen Andreasgemeinde, im Kirchenvorstand, singt im Kirchenchor. Als Aufsicht in der „Offenen Kirche“ eignete sich viel Wissen über die Kirchen- und Stadtgeschichte an, das sie gern den Besuchern weitergibt. Seit 2010 engagiert sie sich im „Seniorenchutzbund“ bei der Interessengruppe „Fotografie“, eines ihrer Hobbys seit vielen Jahren.
Ihren Flur ziert eine Orgelpfeife – eine Hommage an ihre Liebe zur Kirchenmusik. Dorothea Johst wird auch künftig nicht rasten.
Die nötige Stärke verleiht ihr eines – ihr GOTTVERTRAUEN!