MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Waltraud und Werner Junghans
Es muss immer weitergehen
Kinderpflegerin und Stellwerkerin
Baggerfahrer
Dorfstr. 27
04552 Borna OT Zedlitz
Fon: 03433 / 852847
Im Gespräch strahlen Waltraud und Werner Junghans eine große Zufriedenheit und Lebensfreude aus. Von Schicksalsschlägen haben sie sich nie unterkriegen lassen, sie blicken mit Stolz auf das mit harter Arbeit Erreichte, dass ihnen jetzt eine gute Lebensqualität sichert. Waltraud Junghans kommt am 10. Oktober 1945 in Zedtlitz zur Welt. Die Mutter bewältigt einen harten Alltag als Hausfrau, der Vater arbeitet als Fahrradmonteur. Die Tochter erinnert sich mit Dankbarkeit an eine schöne Kindheit bei Oma und Opa, die einen Bauernhof bewirtschaften. Sie muss mit anpacken, hütet die Kühe und hilft auf dem Feld mit. Nach dem Abschluss der zehnten Klasse erlernt sie ab 1961 zwei Jahre in Borna den Beruf einer Krippenerzieherin und arbeitet anschließend in ihrem Beruf. Im Jahr 1967 lernt sie auf einem Tanzabend ihren späteren Mann Werner kennen, zwei Jahre später wird geheiratet. Leider bleibt die Ehe kinderlos.
Werner Junghans wird am 27. September in Eula geboren, die Mutter arbeitet als Hausfrau, der Vater als Zimmermann. Der Sohn verlebt die Kindheit auf einem Bauernhof, hilft schon mit fünf Jahren bei der Ernte mit und lernt so sehr früh, was harte Arbeit ist. Er verlässt die Schule nach der achten Klasse, beginnt 1960 eine dreijährige Lehre als Betriebsschlosser in Espenhain und arbeitet anschließend im Tagebau. Den Wehrdienst von November 1966 bis zum April 1968 empfindet Werner Junghans bis heute als sehr lehrreich. Nach der Hochzeit zieht er zu den Schwiegereltern, mit seiner Frau baut er eine auf dem Grundstück liegende Scheune zu einem schmucken Anwesen aus. Während dieser Zeit überlebt er wie durch ein Wunder einen schweren Arbeitsunfall mit dem Eimerkettenbagger am 2. März 1971.
Waltraud Junghans hat inzwischen ihren erlernten Beruf aufgegeben und arbeitet im Stellwerk des Tagebaus, um so öfter mit ihrem Mann zusammen sein zu können. Nach einiger Zeit übernimmt sie hier die Fahrdienstleitung und muss stets wach und konzentriert arbeiten, um die über einhundert Bewegungen pro Schicht überwachen und steuern zu können. Im Jahr 1992 kommt auch für sie das Aus, bekommt aber danach noch zwei Jahre lang ihr volles Gehalt weiter, weil man vergessen hat, ihr ordentlich zu kündigen. Ab 1999 trägt sie die Leipziger Volkszeitung aus und geht 2005 in den Ruhestand.
Werner Junghans wird 1974 Schichtleiter und arbeitet nach heftigen Streitigkeiten ab 1986 wieder als Baggerfahrer. Nach der Wende schult 2000 zum Baumaschinisten um und arbeitet bis 2004 als Baumaschinist beim USB Wegebau bei der Tagebausanierung. Seit 2007 genießt Werner Junghans gemeinsam mit seiner Frau das Rentnerleben. Beide wünschen sich für ihren Lebensabend vor allem eine gute Gesundheit.