MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Dr. Dieter und Ursula Jungmichel
Der Orthopäde
Reinharzer Str. 20 04849 Bad Düben
Ursula Jungmichel, 1932 geboren, wurde es sozusagen in die Wiege gelegt, sich im Leben durchzuboxen. Ihr Vater, Artur Polter war Deutscher Meister im Boxen und sportlich sollte auch die Tochter werden, denn Schwimmen, Handball, Leichtathletik begleiteten sie durch ihre Jugend. Nach dem Abitur wollte sie eigentlich Medizin studieren, aber die Mutter war dagegen. Mit einem Apotheker befreundet, empfand sie diesen Beruf für die Tochter geeigneter. So wurde Ursula Apothekerassistentin, nachdem sie in einer Apotheke gearbeitet und nebenher studiert hatte. Mit dem Kennenlernen des Ehemannes und der Geburt der Kinder (1959 Petra, heute Pharmareferentin und 1961 Katrin, heute Lehrerin) entschieden sich die jungen Eheleute die Entwicklung von Dieter Jungmichel zu forcieren und dass Ursula Jungmichel das Familienmanagement übernehmen sollte. Sie gab ihre Arbeit auf, hielt ihrem Mann den Rücken frei. Dieser, 1931 geboren, hatte 1950 sein Abitur abgelegt, ein Jahr als Umschüler in einer Buchdruckerei gearbeitet und dann ein Medizinstudium aufgenommen. 1956 schloss er dieses erfolgreich ab und die Promotion sogleich daran an. Ein Jahr Pflichtassistenz an der Universität Leipzig folgte, 1962 die Facharztausbildung zum Orthopäden, bevor er 1963 in der Städtischen Orthopädie als Oberarzt die Arbeit aufnahm. Ab 01.09.1972 bis 1999 war er Chefarzt in der Orthopädischen Klinik Bad Düben, die 1975 Fachkrankenhaus für Orthopädie geworden war. In den 27 Jahren seines Wirkens dort erlebte er und unterstützte er den Ausbau dieser Klinik zum anerkannten Spezialzentrum, den Weg einer 60-Betten-Abteilung zu einem 300-Betten Krankenhaus. Viele Leistungssportler der DDR wurden hier operiert. Der Turner Klaus Köste bedankte sich für seine Wiederherstellung mit der dadurch noch ermöglichten Goldmedaille, die er „seinem“ Operateur – Dr. Dieter Jungmichel – in Dankbarkeit überreichte. Für ihn jedoch waren alle Patienten und ihre Erkrankungen von gleicher Wichtigkeit. Er lebte und arbeitete stets nach dem Grundsatz von Ernst von Bergmann: „Nicht die Rechte, die jemand genießt und die Gaben, die er erhalten hat, sondern die Pflichten, die er sich auferlegt, geben ihm seinen Wert.“ Prof. Matzen, Lehrer und Vorbild hat ihn mit geprägt. Seine Frau hat ihm seinen Weg ermöglicht. Der Vaterländische Verdienstorden war Dank und Anerkennung außergewöhnlicher Leistung. Früh um sechs aus dem Haus, und oftmals um zweiundzwanzig Uhr zurück, genießt er heute verdient seinen Ruhestand und die damit verbundene freie Zeiteinteilung.