MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Ilse Jozsa
Die Liebe zum Röntgen sorgte für Aufmerksamkeit weltweit
Medizinisch-technische Assistentin für
Radiologie i. R.
Bernhard-Bästlein-Straße 31
10367 Berlin
Kommt Ilse Josza ins Plaudern, hat man nur einen Wunsch – möge sie nie wieder aufhören.
Am 24.06.1935 in Berlin geboren, besuchte sie später die Fachschule und machte den Abschluss als medizinisch-technische Assistentin für Radiologie.
Nach dem Staatsexamen an verschiedenen Kliniken tätig, führte ein sechsmonatiger Austausch an die Neurologische Landesklinik in Budapest.
Ihren künftiger Mann Béla hatte sie schon zuvor kennengelernt. Das Paar heiratete 1966.
Eine Berufsetappe führte in Forschung und Entwicklung – ein Bereich, innerhalb dessen sie für die Kontrolle von Röntgenfilmen und -folien verantwortlich war.
Die berühmtesten Radiologen lernte Ilse Jozsa auf Messen / Ausstellungen und Fachkonferenzen im In- und Ausland kennen.
Darüber hinaus errichtete sie die Röntgenabteilung der Reichsbahn sowie im Ärztehaus am Prerower Platz, deren Leitung sie übernahm.
Nach der Wende oblag ihr die Neuordnung des überdimensional großen Patientenröntgenarchivs in Hohenschönhausen.
Immer auch über den Beruf hinaus engagiert, war sie über Jahre HGL-Vorsitzende ihres Wohnhauses und kümmerte sich mit Nachbarn um die Bepflanzung im Kiez.
Eines der größten Hobbys war einst Schwarz-Weiß-Fotografie inklusive Entwicklung der Filme.
Unweit ihres Hauses wohnten von der Pinochet-Regierung verfolgte Chilenen, deren Leben sie fotografisch begleitete. Nach der Wende bereiste sie mit ihrem Ehemann sechs Wochen lang Chile und traf auf viele einstige Freunde.
Nicht minder liebte sie Röntgen, machte Aufnahmen von Käfern, Fischen, auch aus der Tiefsee, Blumen oder der Ägyptischen Mumie. Dabei traf Ilse Jozsa auf eine doppelte Totenmaske – die einzige auf der Welt, worauf sie sehr stolz ist.
Mit nur einem einzigen dafür geeigneten Gerät in Berlin arbeitete sie für Museen, röntge u. a. Osiris, den Kindgott oder die kleine Heilige.
Und erneut sorgte Ilse Jozsa für Furore. Ihre größtes Bild zeigt ein Motorrad und avancierte zur zweitgrößten Aufnahme der ganzen Welt.
Viele der von ihr gefertigten Meisterwerke hingen in Röntgenpraxen und Instituten weltweit.
Die Sommerzeit verbringt die Gärtnerin aus Leidenschaft gemeinsam mit ihrem Mann jährlich in schön angelegter Parzelle. Der Winter wird zu Fotomontagen und Lektüre genutzt. Der Freundeskreis allerdings wird ganzjährig gehegt und gepflegt.
Eine Liebeserklärung gilt ihrem Mann Béla, ihrem größten Glück, mit dem sie noch unendlich viele schöne Jahre verleben möchte.