MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Helmut und Renate Janowsky
Fußball verbindet
Elektroschweißer
Spinnereifacharbeiterin
Max-Schumann-Str. 3
09217 Burgstädt
Helmut Janowsky stammt aus Niederschlesien. Im Jahr 1937 kam er in Riegersdorf (Kreis Strehlen) zur Welt. Mit einer Schwester, später auch einer Halbschwester wuchs er bei der Mutter auf, denn der Vater wurde bald zum Kriegsdienst eingezogen, fiel ihm 1944 zum Opfer. 1946 wurde die Familie aus den nun polnischen Gebieten in die DDR ausgesiedelt. Über Hoyerswerda ging es nach Burgstädt (Sachsen). Hier führten sie ein sehr bescheidenes Leben, die Vertriebenen waren nicht bei allen Einheimischen gern gesehen. Nach dem Schulabschluss 1952 lernte der junge Helmut im VEB Erste Maschinenfabrik ERMAFA Chemnitz (bald Karl-Marx-Stadt) in drei Jahren den Beruf eines Elektroschweißers. Die tägliche Fahrt in die damalige Bezirksstadt wurde bald zur Routine. Wegen besserer Verdienstmöglichkeiten wechselte er jedoch nach dem Facharbeiterabschluss zum VEB Stahlbau Karl-Marx-Stadt, wo er in achtjähriger Tätigkeit als Schweißer seine Berufserfahrungen vertiefte. Dann fand er beim VEB Transformatorenwerk Reichenbach, Betriebsteil Karl-Marx-Stadt die für ihn passende langfristige Arbeitsstelle. Hier wurden vor allem Trafos für Umspannwerke fabriziert. Der technische Fortschritt mit dem Wechsel vom Handschweißen zum Schweißroboter begleitete sein Arbeitsleben. Als nach 1990 bei der Umstellung von Planwirtschaft auf Marktwirtschaft ganze Betriebe geschlossen wurden, entfiel auch der Arbeitsplatz von Helmut Janowsky. Mit 55 Jahren ging er in den Vorruhestand. In seiner Jugend galt seine Liebe dem Fußball. In der Burgstädter Mannschaft schaffte er es bis ins erste Team. Am Stadionrand standen junge Damen, eine davon, Renate Pöhlmann, gefiel ihm besonders. 1959 heiratete er seine Renate. Mit ihr steuert er nun bald auf die diamantene Hochzeit zu. Drei Kinder wurden dem Paar geboren, das Mittlere verstarb sehr früh. Sohn Gerd (Jahrgang 1959) und Tochter Ute (1964) sorgten für vier Enkelkinder. Aus den beengten Wohnverhältnissen konnte die Familie Mitte der siebziger Jahre ihr Eigenheim beziehen, das sie größtenteils in Eigenleistung errichtet hatten und ihnen bis heute Freude bereitet. Renate Janowsky wurde 1939 in Borna / Leipzig geboren. Auch ihr Vater fiel im Krieg, aber der spätere Stiefvater und die Halbgeschwister sorgten für eine glückliche Kindheit. Nach der Schulausbildung, 1953 mit der 8. Klasse abgeschlossen, begann sie eine zweijährige Lehre zur Spinnereifacharbeiterin beim VEB Feinspinnerei Burgstädt. Danach arbeitete sie in drei Schichten bis zur Geburt des Sohnes. Wegen der Kinder blieb sie neun Jahre zu Hause, kehrte dann in den Betrieb zurück, begann nun jedoch in der Verwaltung, wurde für betriebswirtschaftliche Aufgaben angelernt. Auch für sie kam zeitig das berufliche Aus, von der Kurzarbeit Null über die Kündigung bis zum Vorruhestand.