MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Helgard Jentzsch
Schule hat ihr immer gefallen
Unterstufenlehrerin
99195 Schloßvippach
Schon als Kind wusste sie, was sie einmal werden wollte: Lehrerin, ganz klar! „Es gab für mich nichts anderes, denn Schule hat mir immer gefallen“, erklärt Helgard Jentzsch aus Schloßvippach im Landkreis Sömmerda. Das Haus, in dem sie 1944 als einziges Kind ihrer Eltern das Licht der Welt erblickte, ist heute ihr Wohnsitz. Die Thüringerin ist seit 1991 in zweiter Ehe verheiratet mit Manfred (Dreher und Lehrer für Polytechnik) und hat zwei Töchter. Annett ist Sachbearbeiterin in Erfurt und Katja Architektin in Leipzig. Zur Familie gehören noch vier Enkelkinder. Helgard Jentzsch hat die Mittelschule in Großrudestedt besucht und nach dem Abschluss der 10. Klasse drei Jahre am Institut für Lehrerbildung Erfurt studiert. Danach wurde sie als Absolventin an die POS Friemar bei Gotha vermittelt und arbeitete dort zwei Jahre. Aus persönlichen Gründen ließ sie sich in den Raum Gera als Unterstufenlehrerin versetzen und unterrichtete ein Jahr lang an einer Einrichtung in Rückersdorf. Dann zog es sie zurück in Richtung Erfurt, lehrte drei Jahre in Eckstedt, bevor sie nach Großrudestedt umzog, wo sie einst selbst zur Schule ging. Ihr früherer Schuldirektor war plötzlich ihr Vorgesetzter. 13 Jahre arbeitete Helgard Jentzsch an der Schule in Großrudestedt (1970-1983), die letzten beiden Jahre davon als Direktorin. Ihre erste Ehe wurde geschieden, als alleinerziehende Mutter und inzwischen mit einem neuen Partner an ihrer Seite, zog sie nach Berlin, arbeitete an der 33. Oberschule in Marzahn, ein Jahr als stellvertretende Schulleiterin, kehrte im August 1985 nach Thüringen zurück und unterrichtete an einer Schule eine 4. Klasse im Erfurter Neubaugebiet Roter Berg. Das sollte nur ein Schuljahr dauern, denn sie traf ihre ehemalige Schulrätin, die sie bat, vom Schuldienst in die Volksbildungs-Abteilung zu wechseln. Fünf Jahre war Helgard Jentzsch Referentin für Lehrerbildung, dann kam die Wende. Durch Umstrukturierung verlor sie ihren Job. Der Arbeitslosigkeit folgte eine neue Herausforderung: Beim Deutschen Familienverband mit Hauptsitz in Bonn wirkte Helgard Jentzsch fünf Jahre als Geschäftsführerin. Sie war eine von zwei Chefs und Ost-Beauftragte, zuständig für den Bereich Thüringen, Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern. Nach fünf Jahren war hier für sie auch wieder Schluss, denn die Förderung dieses Projektes durch das Familienministerium fiel weg. Erneut arbeitslos geworden, hatte sie in der Folge nur befristete Arbeitsstellen. Zuletzt war sie in Eckolstädt bei Apolda als Chefin einer Wohnungsverwaltung tätig. Nachdem das Unternehmen in Konkurs gegangen war, ging sie 2004 mit Abzügen in Rente. Die Wende führte bei ihr zum beruflichen Knick, aber sie hat sich nie unterkriegen lassen, war stets geradlinig und stark. „Jetzt erst recht!“ heißt ihr Lebensmotto. Helgard Jentzsch sieht sich als Familienmensch, liebt das Lesen und ihre Handarbeiten.