MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Margot Jentzsch
Kraft schöpfen aus der Familie
Altenpflegerin i.R.
Philipp-Müller-Str. 3
04774 Dahlen OT Börln
Die am 14.02.1939 in Dahlen zur Welt gekommene Margot Jentzsch, geb. Streubel, wuchs zusammen mit ihrem Bruder ländlich geprägt auf. Durch die Eltern, welche als Landwirte 15 Hektar Grund bewirtschafteten, war ihr beruflicher Lebensweg schon früh vorbestimmt. „Bereits meine Kindheit war sehr arbeitsreich“, erinnert sich Margot. Von 1946–1954 besuchte sie die Grundschule in ihrer Heimatstadt, wobei damals wenig Wert auf Bildung gelegt wurde, da mehr das praktische Arbeiten auf den Feldern das Tagewerk prägte. Im Anschluss an die Schulzeit arbeitete Margot ganztägig auf dem elterlichen Hof. 1959 heiratete sie ihren Mann Siegfried, einen Steinmetz, und noch im gleichen Jahr wurde mit Roland der älteste Sohn des Paares geboren. Die junge Familie zog in den Dahlener Ortsteil Börln zu den Schwiegereltern, von denen ihnen sehr viel Unterstützung zuteil wurde. 1962 kam mit Andreas das zweite Kind zur Welt. Mittlerweile gehören auch drei Enkel zur Familie. Von 1963 bis zu einem Betriebsunfall 1975 war Margot Jentzsch bei einer Kosmetikfabrik in Börln tätig. „Hier haben wir vorrangig Körperpflegeprodukte, wie Badesalz, Einreibung oder Haarlack hergestellt“, berichtet sie. Anschließend arbeitete Margot von 1975 bis zur Wende im Feierabendheim ihres Heimatortes. „Heute verfällt das Schloss mit dem herrlichen Park ringsum, indem wir damals bis zu 90 Bewohner betreut haben, leider zusehends“, erzählt die Dahlenerin. Nach Altersübergangszeit ging Margot Jentzsch nach einem pflichtbewussten und arbeitsreichen Leben in Rente. Seit 2009 ist sie verwitwet. Ihren Mann, der sich auch viele Jahre bei der Freiwilligen Feuerwehr in Dahlen engagiert hat, behält sie als guten Vater und familiären Ruhepol in Erinnerung. Nach zwei überstandenen Krebserkrankungen ist auch Margot noch immer gesundheitlich angeschlagen, gestaltet aber jeden Tag so aktiv und positiv wie möglich. „Früher habe ich noch viel im Garten gearbeitet und mich um alles gekümmert. Das geht heute nicht mehr so gut.“ Die Naturverbundenheit und Kontaktfreude sind aber geblieben. „Ich bin sehr gern draußen und unter Leuten, stolz auf das Geschaffene und vor allem den Zusammenhalt in unserer Familie“. Die beiden Söhne leben in der Nähe und schauen regelmäßig nach ihr. „Weihnachten verbringen wir alle gemeinsam“, erzählt Margot Jentzsch. Auch zu ihrer Jugendfreundin Gisela Gerhard, ebenfalls eine gebürtige Dahlenerin, ist der Kontakt ein Leben lang bestehen geblieben. „Wir telefonieren sehr oft und verbringen Zeit miteinander “, resümiert Margot. Hätte sie einen Wunsch frei, würde sie gern wieder richtig gesund sein. „Untätigkeit mag ich nicht“, verrät sie. Aber die Krankheit hat sie mittlerweile auch gelehrt, körperliche Grenzen zu akzeptieren und die Hilfe ihrer Lieben dankbar anzunehmen.