MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Petra Janke
Trotz allem ein erfülltes und erfolgreiches Berufsleben
Diemitzer Str. 4
06116 Halle / Saale
Fon: 0345 / 4457000
Petra Janke wird von ihren Mitmenschen vor allem wegen ihres Organisationstalentes geschätzt. Sie selbst mag aufrichtige und ehrliche Menschen und sie hat allen Grund, mit Stolz auf die Ergebnisse und Leistungen ihres Lebens zurückzublicken. Petra Janke wird am 11. August 1959 in Halle geboren. Der Vater ist Einzelbauer, die Mutter arbeitet auf dem Hof mit. Trotz seiner inzwischen 82 Jahre lässt es sich der Vater auch heute immer noch nicht nehmen, gemeinsam mit der Familie zu schlachten. Die Tochter trägt sich schon früh mit dem Gedanken, einmal als Krankenschwester anderen Menschen zur Seite zu stehen, doch die Eltern sind anderer Meinung und drängen sie dazu, Köchin zu werden. So beginnt sie 1976 nach dem Abschluss der zehnten Klasse eine Lehre im renommierten Hotel „Rotes Ross“, das zu den besten Häusern am Platz gehört (mit starkem à la cart-Geschäft und eigener Speiseeisherstellung-Berechtigung) und immer sehr gut ausgebucht ist. Nach dem Abschluss der Lehre wird sie vom Hotel „Rotes Ross“ übernommen. Das ist durchaus nicht selbstverständlich. Im Jahr 1983 heiratet Petra Janke ihren zweiten Mann Harald, zur Familie gehören die beiden Kinder aus erster und aus zweiter Ehe, die 1979 geborene Tochter Ute, die heute als Physiotherapeutin arbeitet und die Tochter Bettina, heute Lageristin. Inzwischen ist sie auch stolze Großmutter von drei Enkeln. Auch in der Arbeit bleibt ihr zunächst der Erfolg treu, sie bildet selbst Lehrlinge aus und erwirbt 1995 bei der IHK noch einmal die Ausbildungsberechtigung. Wegen der Kinder arbeitet Petra Janke vorrangig in der Frühschicht. Im Jahr 1990 beginnt für das Haus eine turbulente Zeit. Es wird von vielen Unternehmen geleitet, dessen gastronomische Führungen in unterschiedliche Richtungen gehen, z. B.: Italienisch. 1997 erfolgt der Zusammenschluss mit dem „Congress Centre Halle“, was für Petra Janke eine neue berufliche Anforderung mit sich bringt. Neben dem à la carte-Geschäft und der Betreuung der Hotelgäste am Frühstücksbuffet entdeckt sie nun ihre Leidenschaft für das Bankett. Mit der Führung des Unternehmens durch die Kempinski-Gruppe ab 1999 kann sie sich beruflich weiterentwickeln. In mehreren Kempinski-Hotels arbeitet sie 4–6 Wochen (Task Force Einsätze), nimmt an Schulungen teil (Brandschutz, erste Hilfe, Hygiene), besucht Hausmessen von Lieferanten. Als Küchenchefin liegt ihr besonderes Augenmerk darauf, eine gute Gästebindung aufzubauen, das Vertrauen der Veranstalter zu gewinnen und es mit qualitativ hochwertiger Arbeit zu belohnen. Große Bälle kann das Haus jährlich wiederkehrend ausrichten – für Petra Janke und ihr Team stets eine besondere Aufgabe, Schwerpunkt und Herausforderung. Und doch: Petra Janke muss schließlich, wie Millionen Menschen in den neuen Bundesländern erleben, wie ihr Lebenswerk systematisch zerstört wird. Die Mitarbeiter werden schrittweise und einzeln entlassen, sie selbst wird gemobbt und erlebt am 13. Januar 2012 ihren letzten Arbeitstag. Wenn Petra Janke an das „Roten Ross“ denkt, ist sie oft sehr traurig über das, was mit dem Haus und dem Personal geschehen ist und nennt dies eine „Vergewaltigung der Gastronomie“. Doch die Verbindung zu den ehemaligen Kollegen reißt nicht ab, man trifft sich jährlich jeden ersten Dienstag im Februar, um Erinnerungen auszutauschen. Inzwischen hat Petra Janke ihren Platz in einem Hotel gefunden, das privat geführt wird. Sie berichtet. „Es ist fast wie in alten Zeiten, nur kleiner und das ist gut so.“ So bleibt ihr mehr Zeit für die Enkelkinder. Sie ist glücklich darüber, dass es ihrer Familie gut geht und will bei guter Gesundheit alt werden.