MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Gudrun und Wolf-Rüdiger Jentzsch

In guten wie in schlechten Zeiten…

Gudrun und Wolf-Rüdiger Jentzsch

Ingenieur-Ökonomin
Eektroingenieur
06766 Bitterfeld-Wolfen
 

…hält das Ehepaar Jentzsch nun schon seit fast 50 Jahren zusammen. Gudrun Jentzsch wurde am 27.10.1942 in Raguhn geboren. Auf der Erweiterten Oberschule lernte sie Wolf-Rüdiger kennen, 1961 machten beide ihr Abitur. Gudrun wollte eigentlich Apothekenassistentin werden, bekam aber wegen Westverwandschaft keinen Studienplatz. So begann sie zunächst ein Pädagogik-Studium, welches sie aber nach zwei Jahren abbrach. Sie sattelte auf Ingenieur-Ökonomie im Abendstudium um, arbeitete nebenbei in der Filmfabrik Wolfen. Auch nach Abschluss des Studiums 1970 wurde sie dort weiter in der Ökonomie eingesetzt. Wolf-Rüdiger machte, wie einst sein Vater, eine Ausbildung zum Elektriker bei der Filmfabrik, wo er nach zweijährigem Dienst bei der NVA ab 1963 als Elektromonteur beschäftigt wurde. Auch er absolvierte berufsbegleitend ein Abendstudium, das er 1971 abschloss. Im gleichen Jahr wurde Tochter Katrin geboren, Sohn Heiko folgte zwei Jahre später. Wolf-Rüdiger wurde zu dieser Zeit als Werkstattingenieur eingesetzt, später qualifizierte er sich zum Revisionsingenieur weiter und wurde schließlich Abteilungsleiter für die Abteilung Elektrotechnik. Als Parteimitglied und Mitleid der Kampfgruppe hatte er vielfältige Nebenverpflichtungen, so wurde er kurz vor der Wende mittels Parteiauftrag zum Betriebsdirektor der Brauerei Bitterfeld. Die Wendezeit war für ihn nur sehr schwer zu ertragen. Neben den wirtschaftlichen Schwierigkeiten der Brauerei, war es der ständige Vorwurf der Parteizugehörigkeit, der ihm stark zusetzte. Nachdem die Brauerei geschlossen wurde, arbeitete er für zwei Jahre in Augsburg, wurde dann ebenfalls betriebsbedingt entlassen. Der Gang zum Arbeitsamt und der Umgangston der Arbeitsvermittler gaben ihm den Rest: Er fing an zu trinken. Dass er den Bogen bekommen hat und seit 18 Jahren trocken ist, verdankt er seiner Familie, allen voran seiner Frau, aber auch den Schwiegereltern und Kindern, die ihn immer sehr unterstützt haben. Wolf-Rüdiger engagiert sich seitdem selbst ehrenamtlich, hilft anderen, die Alkoholsucht zu überwinden und war über 10 Jahre Landessprecher von Sachsen-Anhalt im DRK-Landesverband für Suchtselbsthilfegruppen (SSHG) und selbst langjährig Leiter einer SFG in Wolfen. Halt fand er ebenfalls unter seinen Sangesfreunden im Wolfener Männerchor, in dem er seit 1966 Mitglied ist. Auch im Bürgerverein Pro Wolfen e.V wirkt er begeistert mit. Gudrun konnte bis zur Insolvenz 1998 bei der inzwischen zu ORWO Net GmbH umfirmierten Filmfabrik bleiben. Nach zwei Jahren als ABM-Kraft und 1 ½ Jahren Arbeitslosigkeit ging sie 2002 in den vorzeitigen Ruhestand. Sie ist stolz darauf, dass es ihr gelungen ist, eine intakte Familie zu bewahren – getreu ihrem Motto „Kopf hoch und durch!“. Sie verbringt viel Zeit im Garten, trifft sich gerne mit zwei ehemaligen Kolleginnen und ist ebenso wie Wolf-Rüdiger Jentzsch stets für ihre beiden Enkelkinder (12 und 15 Jahre) da. Die Eheleute wünschen sich für die Zukunft noch viele gesunde und harmonische gemeinsame Jahre.
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