MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Erhard Jobst

Ein Mann der Tat

Erhard Jobst

Zur Mühle 8
09306 Erlau OT Schweikershain

Erhard Jobst, geboren am 04.04.1934 in Diedenhain, gilt als vielseitiger Handwerker und ist als ausgeprägter Praktiker ein Mann der Tat. Aufgewachsen als Sohn eines Landwirtes und einer Hausfrau, manifestierte sich während der Schulzeit sein Berufswunsch. Stellmacher wollte er werden. In Ermangelung einer Lehrstelle besuchte er die Landwirtschaftsschule Hartha und arbeitete bis 1956 im elterlichen Betrieb. Ebenfalls in diesem Jahr heiratete er seine Ehefrau Lore, zog nach Wallwitz und begann als Arbeiter bei den Vereinigten Werkzeug-Fabriken in Geringswalde. Sechs Monate später erhielt das junge Paar eine Wohnung in Hartenstein-Zschocken. Innerhalb der Landwirtschaft leitete Erhard Jobst gemeinsam mit seiner Frau ein Jahr den Schweinezuchtstall. Im Anschluss wechselte sie in Feldbau und Küche, er ging in die Gärtnerei der LPG und nach nochmaligem Wechsel kümmerte sich Lore Jobst um die Kälbermast. Ihr Mann leitete das Lager und war u. a. für Bestellungen sowie für die Warenausgabe verantwortlich. Zwischenzeitlich waren drei Kinder geboren. Tochter Rita arbeitet in der Verwaltung bei „Kaufland“, Sohn Gerd wurde Dachdecker und Tochter Birgit ließ sich zur Kindergärtnerin ausbilden. Ein großer Schicksalsschlag nahm der Familie die Tochter. Mit nur 22 Jahren verstarb Birgit nach schwerer Krankheit. Am 1. April 1970 zog die Familie nach Schweikersheim ins eigene Haus. Erhard Jobst machte sehr viel selber, beließ wunderschönes altes Fachwerk, baute das Haus ansonsten aus und brillierte wieder einmal mit handwerklichem Geschick. Die traditionsreiche Polstermöbelfabrik Hinkelmann suchte gerade Leute. Erhard Jobst ging als Maschinenarbeiter in den Maschinensaal und produzierte Möbelgestelle. Seine Frau verfügte ja schon über Erfahrungen in der Küche, bekam in gleichem Unternehmen einen Arbeitsplatz als Köchin und holte ihren offiziellen Facharbeiterabschluss zur Köchin nach. Erhard Jobst, der als freiwilliger Helfer 25 Jahre lang die Volkspolizei unterstützte, wurde 1990 Vorruheständler. Seine Frau stellte sich 1985 einer neuen Herausforderung und arbeitete bis 1989 als Köchin und Küchenleiterin im Pflegeheim. Leider wurde ihm seine Lore genommen. Heute muss Erhard Jobst den Alltag allein meistern, ist jedoch froh darüber, noch rüstig und gesund zu sein. Er hat einen Hund und vier Katzen, liebt seinen Garten sowie die Natur und erfreut sich an außergewöhnlichen Blüten – u. a. an seiner Papageienblume.
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