MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Gerd Jaspert
Und plötzlich hatte er den „Tunnelblick“
Facharbeiter für Zootechnik und Rinderzucht
Tunnelbauer
Hauptstr. 54 a
09661 Marbach / Ortsteil Striegistal
Gerd Jaspert liebt die Arbeit, ist fleißig und hilfsbereit. Nichts tun und ruhig in den Tag leben - für ihn undenkbar.
Geboren wurde Gerd Jaspert 1957 im sächsischen Hainichen. Er war sechs, als sein Vater, Dreher von Beruf, starb. Die Mutter, eine Autoelektrikerin, musste dann mit ihren fünf Kindern das Leben allein meistern. Sohn Gerd wollte beruflich etwas mit Tieren zu tun haben. „Wenn ich Pferdewirt werden wollte, müsste ich in die Partei eintreten, was ich nicht wollte. Deshalb lernte ich nach Abschluss der 10. Klasse Zootechniker und Rinderzüchter, erhielt in der Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaft (LPG) meiner Heimatstadt einen Lehrvertrag. Die Freizeit verbrachte ich trotzdem mit Pferden, war im Reitsportverein und nahm sogar an verschiedenen Turnieren teil“, schmunzelt Gerd Jaspert. Nach dem Armeedienst leitete er ab 1982 die Milchviehanlage in der LPG Seifersdorf bei Großschirma, wurde 1985 Leiter der Milchproduktion in Marbach. Da kümmerte er sich um die Ställe, das Futter und die Zuchthygiene. Zur Wendezeit wurde die LPG aufgelöst und Gerd Jaspert fing im Landschaftsbau in Borna bei Leipzig an. Dann änderte sich sein Leben entscheidend.
„In Bad Salzuflen gestaltete ich die Landschaft von Wohnsiedlungen mit, säte Rasen, pflanzte Bäume und Sträucher, bediente einen Kran. Weil die Arbeit aber zu weit weg war, hörte ich dort auf und war ab 1995 bei der Sanierung einer Berliner S-Bahnstrecke und beim Bau des Hauptbahnhofes mit dabei“, erzählt Gerd Jaspert stolz Für ein Thüringer Unternehmen arbeitete er dann in ganz Deutschland. Es begann die Zeit des großen Buddelns. 2006 war der Umtriebige Schlosser bei einem Tunnelbau in Köln, 2008 auch Lok- und Kranführer bei der Errichtung des Eisenbahntunnels auf der ICE-Strecke Leipzig-Nürnberg, in Emden bei der Unterhöhlung der Ems, bei der Errichtung von Evakuierungsschächten im Hafen von Antwerpen, in Irland bei der Untertunnelung einer Bucht, die bis hin zum Atlantik führt.
Seit Oktober 2014 hat Gerd Jaspert keine Beschäftigung mehr. Weil ihm die „Maulwurfsarbeiten“ viel Freude bereiteten, bewarb er sich bei entsprechenden Firmen in nah und fern.
Seit 1983 ist er mit Silwia, einer Schuhfacharbeiterin, verheiratet. Beide haben eine Tochter, nämlich Mandy, die Friseurin und Bürokauffrau ist. Pilot wollte Gerd Jaspert auch mal werden. Ein Überflieger ist er aber jetzt schon…