MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Christa Jenner

Mit Perücke und Schminke

Christa Jenner

Theaterfriseuse i. R.
Hermsdorf Nr. 1
04720 Döbeln
Fon: 03431/ 702455

Im Brandenburgischen, in der Stadt Doberlug-Kirchhain erblickte Christa Jenner das Licht der Welt, das bald nicht mehr ganz so hell schien, denn der Krieg beeinträchtigte Leben und Schulbesuch. Bombardierungen erlebte sie in Leipzig, wohin die Familie, zu der auch drei Brüder gehörten, übergesiedelt war, als sie zwei Jahre alt war, wo der Vater als Hauptbrandmeister tätig wurde. Als wieder Frieden herrschte, schloss sie mit der 8. Klasse die Schule ab, suchte sich selbst eine Lehrstelle als Friseuse. Ihr erster Mann (Heirat 1953), im gleichen Metier tätig, fand eine Stelle im Erzgebirge, sie konnte in einem Salon in Crandorf erste Berufserfahrung sammeln. Beide übernahmen dann ein Friseurgeschäft in Antonshöhe bei Johanngeorgenstadt, doch ein halbes Jahr später verunglückte er. Um das Geschäft behalten zu können, hatte sie innerhalb eines Jahres die Meisterprüfung abzulegen, neben Arbeit und Kindererziehung. Sie fand Anerkennung bei der Kundschaft, wurde Mitglied der Produktionsgenossenschaft des Handwerks und dort auch als Lehrausbilderin eingesetzt. Erste Erfahrung im Schminken und Frisieren für Shows sammelte sie beim örtlichen Faschingsklub. Die Trennung vom zweiten Mann kompensierte sie, in dem sie sich den Wunsch erfüllte, für die Bühne zu arbeiten, in Zwickau wurde gerade eine Theaterfriseuse gesucht. Mit ihrem dritten Mann Willi Jenner (Heirat 1981, 2013 verstorben) ging sie nach Aue, fand dort keine Stelle, aber bald stand der Wechsel nach Döbeln an, wo das damals eigenständige dortige Theater sie mit Freuden nahm, ihr später auch die Leitung der Maskenbildnerei übertrug. Als sie Ende der neunziger Jahre in den Ruhestand wechselte, fand Christa Jenner bei der Martin Luther Musical Comp Hartha neue kreative Aufgaben, betreute bis 2012 die Kinder und Jugendlichen bei vielen Auftritte in der mittelsächsischen Heimat, in Dresden und sogar in China, freute sich an deren zahlreichen Erfolgen, schmückte sie phantasievoll zu Königinnen und Königen der Löwen, geliebt und gefeiert vom Publikum. Ihre Liebe galt gleichwohl den eigenen Kindern (ein Sohn, drei Töchter) und den sieben Enkeln, den Tieren und dem Garten. Nun im achtzigsten Lebensjahr geht sie es ruhiger an, verzichtet aber nicht auf Handarbeiten und anregende, meist historisch orientierte Lektüre.
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