MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Siegfried Jahn
Weites Leben, weite Länder
Bau- und Möbeltischler
07768 Reinstädt OT Geunitz
Geboren wurde Siegfried Jahn 1949 im Kahlaer Krankenhaus. Die ersten Jahre wuchs er in Engerda (bei Rudolstadt) auf, kam mit der Familie dann nach Wittersroda, wo er die Schule bis zur 8. Klasse besuchte (den Abschluss der 10. Klasse sollte er später auf der Abendschule nachholen). Die Beziehungen nach Engerda waren geblieben, in einer dortigen privaten Tischlerei lernte er den Beruf eines Bau- und Möbeltischlers. 1968 interessierte sich die Armee für ihn, das Geld lockte, so verpflichtete er sich für drei Jahre. 1971 zurück im Zivilleben fand er in der Baubrigade des VEB „Carl Zeiss“ Jena seine langjährigen beruflichen Aufgaben. Die Qualitätsarbeit der Brigade fand Aufmerksamkeit, so dass meist rund halbjährige Auslandeinsätze gefordert waren. In Moskau wurde die Firmenvertretung von „Carl Zeiss“ umgebaut, im Kaukasus auf über 3.000 Meter Höhe eine Sternwarte errichtet, die dann mit den optischen Geräten des Stammbetriebes ausgestattet wurde. Nach Algier wurden die Baumitarbeiter von „Carl Zeiss“ zum Innenausbau der Universität delegiert. Mit den glücklichen Jahren war es aus, als mit dem Ende der DDR-Strukturen der Baubereich ausgegliedert wurde, zwar die Mitarbeiter von einer Firma aus Westdeutschland übernommen werden konnten, doch deutschlandweit fast nur noch auf Montage waren und hauptsächlich nur mit Einschalungen befasst, also eigentlich unterfordert wurden. Der Wechsel nach einem Jahr zu einer hessischen Firma für Systembau erwies sich als vorteilhaft und prägte die nächsten fast zwanzig Jahre. Bundesweit konnte vor allem bei der Krankenhausausstattung gewirkt werden, doch galt es auch, Aufträge in der Ukraine, in Russland und Weißrussland zu realisieren. Bei der Insolvenz des Betreibers konnte zu einer Konkurrenzfirma in Nordrhein-Westfalen gewechselt werden, auch da bundesweit im Einsatz. Doch mit zunehmenden Jahren zehrten die ständige Auswärtstätigkeit auf Montage und die belastenden Arbeitszeiten an den Kräften. Bei einer Leihfirma wurde er dann noch mit den verschiedensten, teilweise unerquicklichen Aufgaben wieder heimatnäher eingesetzt, doch war Siegfried Jahn glücklich, als er 2012 mit 63 Jahren in Rente gehen konnte. Zur Familie gehören Frau Renate (Heirat 1971), die Töchter Daniela (1972 geboren) und Sindy (1977) sowie eine Enkelin. Frau Renate hatte in der Anmeldung der Kreispoliklinik Kahla gearbeitet, später als Verkäuferin im dortigen Sanitätshaus und als Kundenberaterin in einem Orthopädiefachgeschäft, auch acht Jahre vor allem den Vater gepflegt. Siegfried Jahn hatte sich einst (noch zu DDR-Zeiten) als Gemeinderatsmitglied und zeitweise ehrenamtlicher stellvertretender Bürgermeister kommunalpolitisch engagiert, war bis vor wenigen Jahren auch bei der Freiwilligen Feuerwehr des Orts aktiv dabei.