MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Irma und Edgar Jahn
In einem erfüllten Leben gemeinsam alt werden
Keramikformerin
Schmied
Obere Dorfstr. 25
04680 Colditz OT Schönbach
Irma und Edgar Jahn heiraten 1959, zwei Jahre später wird der Sohn Frank geboren, dieser ist seit 2011 tot. Im Jahr 1964 kommt der zweite Sohn Udo auf die Welt, der heute als Kfz-Meister arbeitet und fünf Jahre später folgt die Tochter Britt, heute eine Lehrerin. Inzwischen gibt es in der Familie sechs Enkelkinder und eine Urenkelkind.
„Wir sind stolz auf das was wir geschaffen haben, alles was sie hier sehen, ist das Produkt unserer Hände Arbeit“, meinen Irma und Edgar Jahn mit dem Selbstbewusstsein von Menschen, die vor niemandem die Augen niederschlagen müssen. Sie schätzen Ehrlichkeit und Zuverlässigkeit und sehen in ihren Müttern nach wie vor Heldinnen der Nachkriegszeit. „Wir sind ohne Bananen groß geworden und haben trotzdem ein erfülltes Leben gehabt“, meinen sie.
Irma Jahn wird am 14. August 1939 in Schönbach in demselben Haus geboren, in dem sie mit ihrem Mann heute lebt. Der Vater und sein Bruder bleiben im Krieg, die Mutter wird dadurch zweimal Witwe. Der Bruder von Irma Jahn stirbt nach einem Jahr, man gibt ihr die Schuld, da sie zum Zeitpunkt seines Todes mit ihm unterwegs war. „Das war eine sehr harte Zeit“, erinnert sie sich.
Die Schule in Schönbach beendet Irma Jahn 1953 mit der achten Klasse, danach absolviert sie eine dreijährige Lehre im Steingutwerk Colditz. Hier arbeitet sie bis 1961 und bleibt danach wegen der Kinder zu Hause. „Von dem Werk und seinen 1400 Beschäftigten ist nur noch ein Schutthaufen übrig geblieben“, sagt sie nicht ohne Bitterkeit. Der Vorsitzende der örtlichen LPG wirbt sie 1964 für die Arbeit in der Milchkontrolle, wo sie bis 1996 tätig ist. „Ich musste früh bei Wind und Wetter um drei Uhr aufstehen und habe dann die Milchmenge und deren Fettgehalt kontrolliert“, erinnert sich Irma Jahn. Der LPG-Vorsitzende holt sie jeden Morgen mit dem Auto ab.
Edgar Jahn wird am 13. August 1936 in Schönbach geboren. Als er als Kind einen Unfall erleidet, wird die offene Wunde ohne Betäubung genäht. Bis heute erinnert er sich an sein Schmerzensgebrüll. Beim Pilze sammeln entgeht er einmal nur knapp dem Tod durch eine Pilzvergiftung. Edgar Jahn erlernt den Beruf eines Schmieds, den er bis zur Rente ausübt. „Du bist Schmied, das musst du mit dem Hammer machen“, wird ihm bei der Ausbildung eingeimpft. Nach einem Schlaganfall im Jahr 1996 sitzt er lange im Rollstuhl und geht dann in den Vorruhestand.
Irma und Edgar Jahn leben sehr gern in ihrer Region, sie begleitet gern die Freundinnen beim Einkaufen, er beschäftigt sich mit Holzmachen. Bei den Jahns leben drei Generationen in einem Haus, dazu kommen von 1964 bis 2011 die Treffen mit dem Freund Erich Frickenwirth von der Hufbeschlagschule.