MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Hilde Jakob
Gesundheit als wichtigstes Gut
06667 Weißenfels
Hilde Jakob wurde am 25.03.1938 in Groß Schmöllen (heute: Smolno Wielkie; Polen) geboren und wuchs mit fünf Geschwistern auf. 1944, bevor die Familie aus der damaligen Heimat vertrieben wurde, kam sie zur Schule. In Wörlitz, wo sie 1945 sesshaft wurde, begann Hilde mit der Schulausbildung noch einmal von vorn und schloss diese 1953, nach der achten Klasse, ab. Im Anschluss absolvierte sie im Kraftwerk Vockerode eine zweijährige Lehre als Dreherin und arbeitete bis 1962 in diesem Beruf. Im Dezember des gleichen Jahres heiratete Hilde ihren Mann Hellmut Jakob, einen gelernten Heizungsbauer. Das Paar hat mit Annegret (*1958) und Karin (*1962) zwei gemeinsame Kinder. Nach der Geburt der jüngsten Tochter blieb Hilde Jakob einige Zeit zu Hause. 1964 zog sie mit ihrer Familie nach Gräfenhainichen, 1967 nach Weißenfels, wo sie als Mechanikerin und ihr Mann als Schweißer im damaligen Heizwerk Weißenfels in der Schlachthofstraße Arbeit fanden. Nach der Wende, von 1991–1995, war Hilde Jakob in verschiedenen Zweigstellen des ehemaligen Energie-Kombinates Halle tätig, bevor sie 1998 nach einer überstandenen Krebserkrankung pensioniert wurde. Im Jahr 2000 verlor sie ihren ebenfalls an Krebs erkrankten Mann und lebt seitdem alleine. Besonders stolz ist sie auf ihre Kinder, die ihr je zwei Enkel geschenkt haben. Die jüngste Tochter lebt mit ihrer Familie ebenfalls in Weißenfels, die älteste ist im Allgäu heimisch geworden. Auch 4 Urenkel gehören mit zur Familie. „Glücklich bin ich an Tagen, wo ich mich wohl fühle“, erzählt Hilde Jakob, die sich eine stabilere Gesundheit wünschen würde, aber froh ist, ihren Alltag, den Garten und die Wohnung noch selbstständig und ohne fremde Hilfe bewältigen zu können. Ihre freie Zeit teilt sie gern mit der Familie und hat auch den Kontakt zu ehemaligen Weggefährten nicht abreißen lassen. „Mit einer befreundeten Kollegin treffe ich mich immer noch regelmäßig. Wir gehen dann ganz gern einmal zusammen einkaufen“, berichtet Hilde Jakob. „Sonntags bin ich jede Woche bei meiner Karin zum Mittagessen. Das ist eine schöne Tradition geworden.“ Überhaupt sind es die kleinen Dinge, an denen sie sich heute erfreut. „Manchmal schwelge ich aber auch in Erinnerungen“, gesteht sie. „Als mein Mann noch lebte, habe ich sehr gern gestrickt. Heute bereitet mir dieses Hobby weniger Freude. Auch den Traum von einer gemeinsamen Reise nach Amerika haben wir uns leider nicht mehr erfüllen können.“ Unzufrieden ist Hilde Jakob aber nicht und nimmt das Leben so wie es kommt. „Ich habe mich nie unterkriegen lassen, denn es musste immer weitergehen“, sagt sie. Diesem Motto ist sie bis heute treu geblieben, schaut positiv in die Zukunft und macht aus jedem Tag das Beste.