MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Elke Jahn
„Heute ist morgen schon gestern.“
Schulsekretärin i. R.
Anlage Johannes 46
06682 Teuchern OT Gröben
Fon: 034443 / 22334
„Heute ist morgen schon gestern.“ Elke Jahn, geboren am 13.06.1949 in Teuchern, erhob diese Worte zu ihrer Lebensmaxime und will damit zum Ausdruck bringen: „Lebe dein Leben – sofort.“ Viele Menschen warten bei der Erfüllung von Träumen und Wünschen auf den richtigen Zeitpunkt, der für die meisten dann doch nicht kommt. Das Spiel mit den Begriffen der Zeit hat Elke Jahn perfektioniert und somit gelernt, keine Sekunde ungenutzt verstreichen zu lassen.
Nach dem Besuch der Polytechnischen Oberschule absolvierte sie am Paraffinwerk Gerstewitz eine Ausbildung zur Chemielaborantin und blieb bis 1970 im Unternehmen. Nach Geburt ihres zweiten Kindes pausierte sie ein Jahr, arbeitete weitere 12 Monate an der Schuhfabrik „Banner des Friedens“ und erhielt ein unschlagbares Angebot. Darauf angesprochen, ob sie als Schulsekretärin arbeiten wolle, kam keine Unschlüssigkeit auf. Sie nutzte die einzigartige Chance, begann als ungelernte Mitarbeiterin und setzte sich mit 28 Jahren noch einmal auf die Schulbank. Der Ehrgeiz war geweckt. Wenn schon eine neue Herausforderung zu meistern war, dann auch mit dem entsprechenden Abschluss. Nebenberuflich ließ sich Elke Jahn zur Schulsekretärin ausbilden und liebte ihren Beruf ebenso wie die Kinder. Trotz diverser Umstrukturierungen in Folge der deutschen Vereinigung, kam sie ihrem Beruf noch lange nach und begab sich mit 58 Jahren in den Vorruhestand.
Viel Zeit investiert sie heute in ihre Familie. Sohn Ron wurde 1967, Dirk 1970 geboren. Ihren geliebten Mann Hans-Jörgen – tätig als Meister im Bergbau – hatte Elke Jahn 1969 geheiratet. Leider wurde er ihr viel zu zeitig genommen. Doch so lange er lebte, unterstützte er seine Frau so viel er nur konnte.
Vorbilder sah Elke Jahn stets in ihrer Mutter und mit großer Affinität zu Sport in Turnvater Jahn, was nicht unbedingt etwas mit der Namensverwandtschaft zu tun hat. Schon in der Schule betrieb sie Leichtathletik, spielte Handball, wandte sich später Pop-Gymnastik zu und leitete 17 Jahre lang die Turngruppe Teuchern. Anschließend interessierte sie ihr Schwager fürs Bogenschießen. Elke Jahn begann, ihre sportlichen Lektionen zu lernen, vervollkommnete sich in dieser Präzisionssportart und die Zeiten, in denen sie ihre ersten Versuche mit einem Kinderbogen startete, sind lange vorbei. Heute brilliert sie im Bogenschießen auf der Basis hochwertigster Carbonpfeile und ist für den Sport ebenso wie für ihre Heimat entbrannt. „Ich bin krank, wenn ich den Kirchturm nicht sehe.“ Und diesen sah sie gestern, heute und auch morgen wird er ihr zur Augenweide gereichen. Ihr Leben wäre auch nicht komplett ohne ihre Geschwister Neli und Börni. Da sie mit Abstand die Älteste war, sind die beiden wie ihre Kinder herangewachsen. Wenn es Probleme gibt, sind sie heute mit ihren Familien immer für sie da, erzählt sie dankbar.