MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Heinrich Jacob

Auf den Straßen des Vogtlandes unterwegs

Heinrich Jacob

Busfahrer i. R.
Zum Wendelstein 21
08223 Falkenstein
Fon: 03745 / 70559

Mit vier Schwestern wuchs Heinrich Jacob in seinem vogtländischen Geburtsort Lengenfeld auf. 1937 zur Welt gekommen, besuchte er hier die Schule bis zum Abschluss der 8. Klasse 1951. Da es mit dem Berufswunsch Kraftfahrzeugschlosser nicht klappte, entschied er sich wie sein früh verstorbener Vater für die Textilindustrie, ließ sich in drei Jahren zum Weber ausbilden. Seine Lehre beendete er beim VEB "Falgard" Falkensteiner Gardinen- und Spitzenwebereien. Doch war er wegen politischer Aufsässigkeit dort nicht sehr gelitten, so wechselte er bald zum IFA Einspritzpumpenwerk ins nahe Wolfspfütz, arbeite in der Läpperei. Drei Jahre später war es die Baubrigade der Deutschen Post, wo er Telefonleitungen verlegte. Wegen der Familiengründung und besserer Bezahlung entschied er sich in seinen gelernten Beruf zurückzukehren, nunmehr bei der Fa. Senge in Neustadt/ Vogtland. Als er 1961 die Führerscheinprüfung bestanden hatte, wechselte er kurz als Kraftfahrer zur Fa. Köhler & Hubrig (Kohlehandel), bald zum Güterkraftverkehr. Als er seinen Personenbeförderungsschein ausgestellt bekam, engagierte ihn der Bushof Rodewisch, mit dessen Busflotte er ab 1964 im Linien- und Werksverkehr unterwegs im Vogtland war. Auch wenn Namen und Eigentumsformen der Busverkehrsbetreiber sich änderten, die Menschen im oberen Vogtland konnten auf zuverlässige Busfahrer wie Heinrich Jacob vertrauen. Bis zum Jahr 2000 blieb er dieser Aufgabe treu, dann war nach sechsunddreißig Jahren am Steuer, ohne großen Unfall, kleinere Karambolagen und technische Pannen blieben nicht aus, der Ruhestand wohl verdient. Auch privat saß er gern hinterm Lenkrad, immer ein Wagen der Marke Skoda, heute ein Skoda Rapid. Allein viermal ging es mit der Familie auf Nonstop-Tour bis in spanische Feriengefilde. Zwei Ehen (1957 und 1973 geschlossen), zwei Söhne waren die Bilanz seines persönlichen Lebens. Leider ging Ehefrau Renate, Textilarbeiterin im Bekleidungswerk Falkenstein, bereits im Jahr 2000 für immer von ihm. Eine neue Begleiterin steht ihm heute zur Seite wie der Sohn Tino (Jahrgang 1975), der – in der Oberpfalz ansässig geworden – nicht allzu fern lebt. Seit vierzig Jahren genießt Heinrich Jacob die Ruhe im Einfamilienhaus am Wald. In das Haus und das große Grundstück investierte er viel Mühe, Zeit und Geld, aber mit Freude am Werk, die nahe Natur schätzend, fand er hier sein heimatliches Zuhause.
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