MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Herbert und Erla-Roswita Jakowitz
Der Herbst des Lebens – war für eine schöne Jahreszeit
Leiter einer Bohranlage,
Meister für geologischen Tiefbau, (Erdöl / Erdgas),
Lehrausbilder i. R.
Sponholzer Str. 14
17034 Neubrandenburg
Fon: 0395 / 4690051
Der Herbst des Lebens – was für eine schöne Jahreszeit. Wenn man dann noch das Glück hat, sich den Nachsommer mit einer intakten Familie zu versüßen, kann das Pensionärsdasein schöner nicht sein. Erla-Roswita und Herbert Jakowitz haben dieses Glück und für die nötige Süße sorgen Tochter Heike, Sohn Lothar sowie die Enkelkinder Sylvia, Sebastian und Alexander. Familienfeiern sorgen regelmäßig für Höhepunkte und nun heißt es nur noch, recht lange gesund zu bleiben.
Am 16.05.1936 in Podejuch, einem Ortsteil von Stettin geboren, wurde Erla-Roswita Jakowitz 1942 eingeschult. Vertreibung führte für ein paar Wochen zu einem Onkel nach Rothenmoor, nochmals für 10 Wochen nach Schwerin, bevor die Flüchtlinge in Mallin bei Penzlin / Waren / Müritz Fuß fassen konnten und Erla-Roswita ihre Schulzeit beendete. Erste Tätigkeit nahm sie auf dem elterlichen Hof auf und arbeitete zwei Jahre als Näherin bei einer Schneiderin in Penzlin.
Mit Umzug nach Neubrandenburg 1958, arbeitete sie 24 Monate bei der Mitropa, bevor in der Familie gleich mehrere Pflegefälle auftraten, um die sie sich kümmerte und, bis ihre Enkeltochter in die Schule kam, auch diese betreute.
Herbert Jakowitz wurde am 24.04.1938 in Tauroggen geboren. Aus dem Süden Litauens kam seine Familie 1944 auf der Flucht für ein paar Monate nach Littzmannstadt und wohnte von 1945–1951 in Spoitgendorf bei Recknitz (heute Autobahnabfahrt A 14 bei Güstrow). Weitere Stationen führten nach Grünenhagen Ausbau wie Britin und 1957, nach Abschluss der 10. Klasse, wurde es Zeit, sich Gedanken über die Zukunft zu machen. Er beabsichtigte, nach Rostock zu gehen und Schiffsmaschinenbau zu studieren. Es klappte nicht und Herbert Jakowitz erklärt auch warum: „Es gab keine Unterkünfte – so einfach ist das.“
Die Armeezeit verbrachte er in Potsdam bei der Infanterie, kam von dort aus in den Militärbezirk Neubrandenburg, war bis 1990 als Kraftfahrer und Tankwart eingesetzt. Nach einem Abstecher zum Wehrkreiskommando fasste er berufliche Perspektiven ins Auge, begann beim VEB Erdöl und Erdgas Grimmen und wurde dort nicht nur Anlagenleiter, sondern sorgte als Lehrmeister für Wissenserweiterung seiner Lehrlinge. Während dessen erhielt er ebenso seinen Facharbeiterabschluss wie den Abschluss als Meister für geologische Tiefbautechnik und verbrachte im Rahmen seines Aufgabenbereiches vier Jahre im Irak als Leiter einer Tiefbohranlage (damals tiefste Bohrung im arabischen Raum über 6000 Meter). 1991 wurde Herbert Jakowitz auf Null Stunden Arbeitszeit gesetzt. Ein Jahr später geboren hätte er in den Vorruhestand gehen können. So war er ab 01.05.1992 arbeitslos und mit ABM’s beschäftigt als Leiter Abriss und Holzverarbeitung für Hilfsbedürftige-Brennholz. Seit 01.05.1998 ist er Altersrentner. Das Ausüben früherer Hobbys ist für beide Partner aus Alters- und Gesundheitsgründen nur noch eingeschränkt möglich. Somit genießen sie ihre Zweisamkeit und erfreuen sich an der vielleicht schönsten Jahreszeit – dem Herbst des Lebens.