MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Christa Jackwerth

„Leben ist Bewegung, man kann es nicht unnütz verplempern“

Christa Jackwerth

Inhaberin
Seniorenpension „Zum Biber“
Straße der Freundschaft 21
06886 Lutherstadt Wittenberg
Fon: 034903 / 63438
Fax: 034903 / 64096
Internet: www.seniorenpension-zum-biber.de/

Spät und auf Umwegen hat Christa Jackwerth ihre Berufung gefunden. 1953 geboren, war es ihr Kindheitswunsch Schneiderin zu werden. Doch nach Beendigung der 10. Klasse, waren es letztendlich die schulischen Noten und die in der Region vorhandenen beruflichen Möglichkeiten, welche die Lehrstelle bestimmten. Den Berufsweg Schlosser / Schweißer musste sie vorzeitig wegen gesundheitlicher Probleme abbrechen, ebenso die Arbeit nach der abgeschlossenen Lehre zum Chemiefacharbeiter. Eine dritte Lehre zur Köchin, eine Ausbildung zur Kosmetikerin und Fußpflegerin folgten. Jeweils endete die Arbeit danach, weil sie gesundheitlich nicht länger ausführbar war. Zwei Ehen scheiterten, und als 1992 Sohn Marcel mit jungen zwanzig Jahren durch einen Unfall ums Leben kam, warf sie das Schicksal endgültig aus der Bahn. Doch „Pauline Panzer“, wie Freunde sie liebevoll nennen, wollte sich nicht dem Schmerz ergeben, wollte kein Selbstmitleid aufkommen lassen. Vier Jahre verbrachte sie in Annaberg-Buchholz bei einer Freundin, suchte den Weg zurück in das Leben. Stundenweise arbeitete sie in einem Friseur-Salon, plante eine Selbstständigkeit mit Kosmetik und Fußpflege. Doch wieder spielte die Gesundheit nicht mit, wieder blieb der Traum ungeträumt. Durch persönliche Umstände 1996 in die Lutherstadt Wittenberg gekommen, sorgte sie sich um eine Tante und lernte dabei kennen, wie wichtig betreutes Wohnen für die älteren Menschen ist. Die Geschäftsführung einer solchen Einrichtung wurde ihr von einem Betreiber in Aussicht gestellt, doch sie entschied: Das kann ich auch selbst! Ihre Arbeitslosenzeit wurde zur Orientierungs-, Lern- und Vorbereitungszeit. Von der Ostsee bis in Bergenland besuchte sie Heime, erlangte Kenntnisse, aus denen Ideen entstanden, die sie in ein Konzept umwandelte und mit einem Steuerberater beriet. Mit Mut und einem neuen Outfit ausgestattet wagte sie den Weg zur Bank um einen begleitenden Kreditantrag zu stellen. Das Objekt hatte sie bereits gepachtet, doch die Bank lehnte eine Unterstützung der Firmengründung ab. Viele neue Anläufe waren nötig, aber nach drei Jahren – am 01.08.1999 eröffnete sie endlich ihre Seniorenpension. Damit war der Kampf jedoch noch lange nicht vorbei. Sozialamt und Heimaufsicht sorgten für weitere Aufregung. „Pauline Panzer“ hat sich gegen alle und alles durchgesetzt. Ab 2001 konnte sie das Haus als Altenwohnheim führen, seit 2006 als staatlich anerkanntes Alten- Wohn- und Pflegeheim. Was vor 15 Jahren mit einer Idee begann, ist indessen Lebensinhalt. Qualifikationen zum Altenpfleger, zur Hygienefachkraft und zum Qualitätsbeauftragten waren neben der Arbeit selbstverständlicher Anspruch an sich selbst. Ihre kleine Ersatzfamilie hat sie sich geschaffen, sagt sie und handelt entsprechend führsorglich und liebevoll. Was 1999 mit drei ersten Bewohnern begann, ist heute ein Haus, in dem 21 Senioren von sechs pflegerisch tätigen Mitabeitern, einer Köchin und drei Helfern betreut werden. Und das nicht nach Zeit aus Pflegevorschrift mit vier Minuten Vorgabe für Duschen, einer Minute, geplant für Toilettengang, sondern mit Zeitaufwand nach individuellem Bedarf. Christa Jackwerth wohnt selbst mit im Haus, um jederzeit für Ihre Gäste und Mitarbeiter da zu sein. Und dazu sagt sie bescheiden: „Ich mache doch nur meine Arbeit.“ Lebensgefährte Thomas versteht das und steht ihr auch beruflich seit 10 Jahren als Stellvertreter zur Seite. Zum Thema Zwischenmenschlichkeit sagt Christa Jackwerth: „Wir sind doch die Menschen, die das machen!“ Als Fazit bleibt: Sie macht das bewundernswert.
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