MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Lucie und Helmut Irrgang

Alteingesessen und immer engagiert

Lucie und Helmut Irrgang

Diplom-Agraringenieur
99894 Leinatal OT Leina

In eine landwirtschaftlich geprägte Familie, deren nachweisbarer Stammbaum bis ins Jahr 1622 am Ort reicht, wurde 1932 Helmut Irrgang in Leina geboren. Früh wurde er im elterlichen Betrieb gebraucht, zumal der Vater in Kriegsgefangenschaft war. 1947 schloss Helmut Irrgang mit der 8. Klasse den Schulbesuch ab, doch folgten zwei Jahre landwirtschaftliche Berufsschule. Ansonsten lag seine Ausbildung bei Großvater und Vater in guten Händen. Auf der Winterschule konnte er einen Abschluss als Staatlich geprüfter Landwirt machen, dann arbeitete er auf dem Hof, wechselte aber nach der Heirat 1952 auf den männlicherseits verwaisten Hof seiner Frau Lucie. Mit zwanzig Jahren war er so sein eigener Herr, doch im Jahr 1960 konnte er sich dem Drängen seitens der DDR-Funktionäre nicht mehr entziehen, gründete mit dem Vater und weiteren Bauern eine Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft (LPG), damals Typ I, wo nur die Felder gemeinsam bewirtschaftet wurden. Hier agierte er als Traktorist und zweiter Vorsitzender. Als 1968 sich die örtlichen LPGen zusammenschlossen, nun Typ III unter Einbezug des Großviehs, erhielt er, als Brigadeleiter eingesetzt, die Möglichkeit. im Fernstudium an der Gothaer Außenstelle der Martin-Luther-Universität Halle seinen Abschluss als Agraringenieur zu erwerben (inzwischen als Diplom-Studiengang anerkannt). Als 1975 die Kooperative Abteilung Pflanzenproduktion (KAP) Mechterstädt entstand, konnte er seine Erfahrungen langjährig als Abteilungsleiter Feldwirtschaft einbringen. Als nach dem Ende der DDR-Strukturen 1990 die Agrargenossenschaft e. G. Waltershausen gegründet wurde, blieb er für die Feldwirtschaft verantwortlich, agierte zugleich als Vorsitzender des Aufsichtsrates. Letzteres blieb er auch nach dem Ausscheiden aus dem aktiven Arbeitsprozess bis zum Jahr 2014. Als Mitglied einer Ureinwohnerfamilie von Leina war Helmut Irrgang stets für seinen Ort engagiert. Schon zu DDR-Zeiten in den Gemeinderat delegiert, wählten ihn die Bürger 1992 zum hauptamtlichen Bürgermeister, beim Zusammenschluss mehrerer Ortschaften zur Gemeinde Leinatal blieb er 1996, nun ehrenamtlich, Ortsteilbürgermeister bis 2004. Er vertritt immer noch die Interessen der Mitbürger in Flurbereinigungsverfahren und agierte ab den 90er Jahren fünfzehn Jahre als Schöffe am Schwurgericht Erfurt. Seine Frau Lucie stand ihm stets kräftig zur Seite, war in der LPG bzw. dann Agrargenossenschaft hauptsächlich in der Viehwirtschaft tätig. Beide konnten inzwischen das seltene Jubiläum der „Eisernen“ Hochzeit feiern und dürfen auf weitere glückliche Jahre hoffen. Sohn Hartmut, 1957 geboren, zwei Enkel und vier Urenkelkinder bereicherten das Familienleben mit seiner wohl über vierhundertjährigen Tradition.
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