MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Hans und Dorothea Ismer

„Schau an der schönen Gärten Zier und siehe, wie sie mir und dir sich ausgeschmücket haben“

Hans und Dorothea Ismer

Gärtnermeister
07551 Gera

Paul Gerhardts vorstehend zitiertes Lied ist Hans Ismer wohlbekannt, denn seit der Jugendzeit ist er in der evangelischen Kirche aktiv. Mindestens genauso bestimmend für sein Leben, waren seine beruflichen Aufgaben und seine Familie. Schon als Kind galt es nicht nur die Natur zu lieben, sondern in ihr, für sie tätig zu sein. Dies verstand sich als Sohn eines Landwirts wie von selbst. 1934 kam er in Kattschütz im schlesischen Kreis Glogau zur Welt. Hier absolvierte er erste Schuljahre, doch mit der Mutter und den beiden Geschwistern (der Bruder war gerade erst geboren worden) ging es im kalten Januar 1945 auf die Flucht vor der nahenden Front. Der Vater diente noch als Soldat, kam erst ein Jahr später zurück. Mit Fuhrwerk und Eisenbahn ging es bis nach Mittelsachsen, wo die Familie in Taura Aufnahme fand. Hier schloss Hans Ismer die 8. Klasse ab. Da die Eltern in Wolkenburg eine Neubauernstelle erhielten, er aber seine Gärtnerlehre in Köthensdorf (bei Chemnitz) aufnahm, bekam er dortselbst nicht nur seine Ausbildung, sondern bei dem privaten Gärtnermeister drei Jahre auch Kost und Logis. Der junge Gehilfe erlebte danach seine Wanderjahre, ein Jahr arbeitete er in Dresden, zwei Jahre im brandenburgischen Neuruppin. In einem Geraer Privatbetrieb fand er eine Stelle, konnte in jenen Jahren seine Meisterprüfung ablegen. Beim Meisterlehrgang lernte er Frau Dorothea kennen, die ihm 1959 angetraut wurde. In Gera existierten Außenstellen des Volkseigenen Gutes (VEG) Saatzucht-Zierpflanzen Erfurt. In dessen Betriebsteil Gera-Zwötzen, in dem Hans Ismer dann als stellvertretender Leiter der Einrichtung fungierte, waren die Bereiche Pflanzenzucht und Vermehrung bestimmend. Mit seiner Stelle war eine Betriebswohnung (samt Anschluss an die Heizungsanlage der Gewächshäuser) verbunden. Nur konnte die Familie hier nicht selbst wirtschaften, sondern musste sich für den eigenen Bedarf ein Grundstück in einer Kleingartenanlage mieten, das sie dann über rund fünfzig Jahre nutzen konnte. Bei den Strukturveränderungen nach dem Ende der DDR 1990 war Hans Ismer und Kollegen bald klar, dass sich eine Übernahme der Firma in eigene Hände nicht rentieren würde. So wurden die Anlagen von einem holländischen Betreiber angemietet, der die Gewächshäuser vor allem für die Zwischenlagerung und den bis nach Osteuropa ausgedehnten Handel seiner Erzeugnisse nutzte. Doch konnte Hans Ismer bis zum Ruhestand 1998 auch hier seinen qualifizierten Aufgaben nachgehen. Die Familie erweiterte sich 1961 um Tochter Ellen und 1964 um Sohn Gunter (der sich als Gartenbauingenieur in die elterlichen Spuren begab). Drei Enkel, drei Urenkel kamen dazu. Viele Reisen verschönerten – zumal als die Grenzen offen waren – das Leben des Ehepaars Ismer, führten auch in die einstige Heimat.
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